Eine Milliarde Dosen AstrazenecaIndien will Afrika Impfstoff liefern

Dass das Coronavirus in Afrika zur Omikron-Variante mutierte, könnte an der niedrigen Impfquote dort liegen. Nach China will nun auch Indien dem Kontinent helfen und kündigt eine große Lieferung Impfstoff an.
Indien hat afrikanischen Ländern, in denen die Omikron-Variante aufgetreten ist, Corona-Impfstoffe angeboten. Diese könnten entweder durch das UN-Impfprogramm Covax oder bilateral bereitgestellt werden, teilte das indische Außenministerium am Montagabend mit. Die Regierung habe zudem unter anderem bisherige Bestellungen für den in Indien hergestellten Astrazeneca-Impfstoff Covishield von Malawi, Äthiopien, Sambia, Mosambik, Guinea und Lesotho freigegeben, hieß es. Indien sei auch bereit, Medikamente, Testkits, Schutzanzüge und Beatmungsgeräte zu liefern. Der Impfstoff von Astrazeneca bietet beispielsweise gegen die Delta-Variante nur einen verminderten Schutz. Ähnlich könnte es bei Omikron aussehen - das ist aber noch nicht abschließend untersucht.
Kurz davor hatte China Afrika eine Milliarde Impfdosen versprochen. Die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt möchten ihren Einfluss auf dem Kontinent vergrößern. Indien hatte zu Jahresbeginn bereits viele Millionen Impfdosen verschickt, noch bevor das viele andere Länder taten. Dann stoppte die Regierung den Export angesichts einer heftigen Welle im eigenen Land im Frühling im Zusammenhang mit der Delta-Variante.
Nach Angaben des Außenministeriums hatte Indien bislang mehr als 25 Millionen Dosen an 41 afrikanische Länder verschickt. Inzwischen sind die Corona-Zahlen in Indien seit Monaten relativ niedrig, auch wenn sich inzwischen viele Menschen nicht mehr an Corona-Regeln halten. Untersuchungen zeigen eine weite Verbreitung von Antikörpern in der Bevölkerung - sowohl durch die Impfung als auch wegen einer überstandenen Infektion.
Geringe Impfquote begünstigt Mutationen
UN-Generalsekretär António Guterres hatte am Montag davor gewarnt, dass niedrige Impfquoten zu neuen Virus-Varianten führen könnten. "Die Menschen in Afrika können nicht für das unmoralisch niedrige Level von vorhandenem Impfstoff in Afrika verantwortlich gemacht werden - und sie sollten nicht dafür bestraft werden, dass sie wichtige Wissenschafts- und Gesundheitsinformationen identifiziert und mit der Welt geteilt haben."
Guterres rief Regierungen weltweit auf, noch einmal darüber nachzudenken, ob nicht Tests und andere Maßnahmen für Reisende auch möglich wären, um Ansteckungen zu verhindern, aber Reisen und Handel weiter möglich zu machen. Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft worden.