Panorama

Weniger Patienten in Kliniken Intensivmediziner schöpfen Hoffnung

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Knapp 3000 Covid-19-Patienten werden derzeit invasiv beatmet.

(Foto: dpa)

Noch immer müssen mehr als 5000 Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen behandelt werden. Die Kapazitätsgrenze ist vielerorts erreicht. Dennoch besteht Anlass zur Hoffnung. Die Zahl der Fälle sinkt. Eine Trendwende?

Die deutschen Intensivmediziner halten in der Corona-Pandemie das Schlimmste für ihren Fachbereich für vermutlich überstanden. Es sehe so aus, "als hätten wir den Höhepunkt bei den intensivpflichtigen Patienten überschritten", sagte der neue Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der "Rheinischen Post".

Derzeit scheine es zudem so, als ob die befürchtete Verschärfung der Lage auf den Intensivstationen durch Treffen an Weihnachten und Silvester ausbleiben würde, fügte der Verbandschef hinzu. Seine Hoffnung sei, dass es dabei bleibe - "es sei denn, die neue Mutation des Virus macht uns einen Strich durch die Rechnung". Wenn das so weitergehe, deute das darauf hin, dass der Lockdown eine gewisse Effizienz zeige.

Den Zeitpunkt des nächsten Treffens der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am 25. Januar nannte Marx "klug gewählt". Dann lasse sich "tatsächlich gut beurteilen, was die richtigen Maßnahmen sind". Die derzeitigen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten noch bis zum 31. Januar.

Das Divi-Intensivregister, das bundesweit Daten zur Belegung der Intensivstationen sammelt, meldete am Mittag 5125 Corona-Patienten in intensivmedizinischer Betreuung. 2943 von ihnen mussten demnach invasiv beatmet werden. Insgesamt waren 22.616 Intensivbetten in Deutschland belegt und 4383 frei.

"Für mich ist das kein vollständiger Lockdown"

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, verwies in einer Pressekonferenz auf die hohe Arbeitsbelastung im Gesundheitswesen, insbesondere auf den Intensivstationen. "Die intensivmedizinische Versorgung in Deutschland war wahrscheinlich noch nie so ausgelastet wie heute." Auf den Intensivstationen liege das Durchschnittsalter der Patienten teilweise unter 60 Jahren. Wegen der hohen Infektionszahlen seien immer mehr Jüngere betroffen.

Die bestmögliche Versorgung der Erkrankten könne aber nicht mehr flächendeckend gewährleistet werden. In zehn Bundesländern seien mehr als 85 Prozent der Intensivbetten belegt, so Wieler. Das entspreche einem "Engpass", da dort der Mindestpuffer von 15 Prozent angebrochen sei. Die gute Nachricht: Der steile Anstieg bei den Intensivfällen sei in den vergangenen Tagen etwas abgebremst worden. "Das ist ein schönes Zwischenergebnis", merkte der RKI-Chef an. Ob es sich dabei um einen dauerhaften Trend handele, könne aber noch nicht abgeschätzt werden.

Nach Ansicht des RKI ist der derzeitige Lockdown nicht so effizient wie die Maßnahmen, die im Frühjahr 2020 getroffen wurden. Die Infektionszahlen verharrten auf einem hohen Niveau, die Mobilität der Menschen sei noch vergleichsweise hoch. Dadurch gebe es noch zu viele Kontakte, die es dem Virus einfach machen, sich zu vermehren. Auf die Frage einer Journalistin, ob strengere Lockdown-Regeln nötig wären, entgegnete Wieler: Das sei eine "Option". Die derzeit geltenden Einschränkungen sind aus seiner Sicht nicht ausreichend. "Diese Maßnahmen, die wir jetzt machen - für mich ist das kein vollständiger Lockdown, es gibt immer noch zu viele Ausnahmen."

Quelle: ntv.de, fzö/AFP/dpa

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