Panorama

Übersterblichkeit durch Covid-19 Italien registriert höchste Totenzahl seit Weltkrieg

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In Italien sind nach offiziellen Angaben knapp 100.000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

(Foto: imago images/Xinhua)

Im Pandemie-Jahr 2020 sterben Zehntausende Italiener an den Folgen einer Corona-Infektion. Die Lage in dem Mittelmeerland spitzt sich derartig zu, dass die Behörden so viele Todesfälle zählen, wie zuletzt im Zweiten Weltkrieg. Doch nicht alle sind auf Covid-19 zurückzuführen.

Italien hat im Pandemie-Jahr 2020 nach offiziellen Angaben die höchste Totenzahl seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet. Insgesamt habe es im Vorjahr 746.146 Sterbefälle gegeben - und damit über 15 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019, teilte das Statistikamt Istat in Rom mit. Nachdem die erste große Corona-Welle das 60-Millionen-Einwohner-Land Ende Februar 2020 getroffen hatte, ermittelten die Fachleute auch die sogenannte Übersterblichkeit für die Monate März bis Dezember.

In dieser Phase starben den Angaben zufolge gut 20 Prozent mehr Menschen als im Schnitt der Jahre 2015 bis 2019. Das waren mehr als 108.000 Tote. Wobei dieser Wert nicht bedeutet, dass dies die Zahl zusätzlicher direkter Covid-19-Opfer war. Experten hatten schon früher darauf hingewiesen, dass es auch vermehrt Tote unter anderem wegen der Überlastung des Krankenhaussystems gegeben haben könnte.

In Italien zählte das Gesundheitsministerium insgesamt bisher mehr als drei Millionen Menschen, die sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert haben. Die Behörden in dem Mittelmeerland registrierten zuletzt mehr als 24.000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Nach Expertenangaben liegt die wirkliche Infizierten-Zahl allerdings höher. Denn manche Menschen merken nichts oder wenig von der Ansteckung und machen keinen Test. In Europa haben Großbritannien, Frankreich und Spanien die Drei-Millionen-Marke bereits überschritten. Deutschland liegt aktuell bei rund 2,5 Millionen.

Bei den Opfern steuert Italien auf bald 100.000 registrierte Corona-Tote zu. Zuletzt wurden 297 weitere Covid-19-Tote registriert. Insgesamt verschlechtert sich die Infektionslage in vielen Teilen des Landes stark. Es wird erwartet, dass Gesundheitsminister Roberto Speranza mehrere Regionen ab nächster Woche zu neuen Roten Zonen erklärt, in denen ein Teil-Lockdown gilt.

Regionen werden hochgestuft

Eine solche Zone wurde bereits am Abend bekannt: So werden die Auflagen in der süditalienischen Urlaubsregion Kampanien verschärft. In dem Gebiet, zu dem Neapel und die Amalfiküste gehören, gelten nach der Anordnung von Speranza wegen der erhöhten Infektionswerte ab Montag die strengsten Corona- Schutzregeln. Bisher sind schon die Basilikata im Süden und die kleine Adria-Region Molise Roten Zonen. In diesen Gebieten müssen alle Schulen zu sein, die Menschen sollen ihre Wohnungen möglichst selten verlassen.

Italiens Regierung kämpft seit Herbst 2020 mit dem Instrument einer regionalen Einteilung in mehrere Risikozonen gegen die Pandemie. Am Montag werden in diesem System weitere Gebiete wegen steigender Werte hochgestuft zu Orangen Zonen. Darunter ist Venetien im Norden. Die benachbarte, wirtschaftsstarke Lombardei, wo rund zehn Millionen Menschen leben, gehört ohnehin schon zu der mittleren Risikozone. Dort führte die Regionalregierung in Mailand von sich aus noch weiterreichende Sperren ein.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa