Panorama

"Schwerer Schlag für Population" Jäger häuteten offenbar 170 Jungrobben

Tote Robbe

Viktor Nikiforow bezeichnet den Fund als ökologische Katastrophe.

(Foto: Viktor Nikiforov / Facebook)

Tierschützer sind entsetzt: An der Küste des Kaspischen Meeres in Dagestan finden sie etwa 170 tote Robben - Jungtiere, denen das Fell abgezogen wurde, bevor man sie zum Sterben zurück ins Meer warf. Für die ohnehin schrumpfende Population ist die Massentötung eine Katastrophe.

Am Kaspischen Meer sind mindestens 170 verendete junge Robben an die Küste gespült worden. Das russische Umweltministerium geht davon aus, dass die Tiere in Fischernetze geraten sind und ihr Fell abgezogen bekamen, bevor sie zurück ins Meer geworfen wurden. "Das ist ein schwerer Schlag für die Population", teilte die Behörde mit.

Wissenschaftler hatten die toten Robben in dieser Woche am Ufer der russischen Teilrepublik Dagestan entdeckt. Viktor Nikiforow vom wissenschaftlichen Expeditionszentrum für Meeressäugetiere sagte der Staatsagentur Tass: "Ein schreckliches Bild, so etwas habe ich noch nie gesehen. Alle 50 Meter liegt eine verendete Robbe am Strand."

Das Kaspische Meer ist das größte Binnengewässer der Erde. Es grenzt an Russland, Kasachstan, Turkmenistan, Aserbaidschan und den Iran. Der Bestand der Kaspischen Robben geht seit Jahrzehnten zurück, weil die Tiere gejagt werden und die Wasserverschmutzung zunimmt.

Eine bedrohte Art

Vor etwa 100 Jahren habe es noch mehr als eine Million Robben im Kaspischen Meer gegeben. Nun seien es Schätzungen zufolge noch 50.000 bis 70.000 Tiere. Das Ermittlungskomitee von Dagestan leitete ein Verfahren ein, "um alle Umstände zu klären", hieß es. Zuvor war auch eine Umweltverschmutzung für das Tiersterben nicht ausgeschlossen worden.

In der EU ist der Handel mit Robbenprodukten seit 2010 verboten. Seitdem ist die Zahl der getöteten Tiere laut der Tierschutzorganisation zwar zurückgegangen. Dennoch würden allein in Kanada noch immer jährlich Zehntausende Tiere zur kommerziellen Jagd freigegeben.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP

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