Panorama

Debatte um Problemwölfe Jagdverband fordert Abschuss ganzer Rudel

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(Foto: picture alliance/dpa)

In Schleswig-Holstein dürfen Jäger einen sogenannten Problemwolf zur Strecke bringen. Das facht die Debatte um die heimisch gewordenen Raubtiere wieder an. Der Deutsche Jagdverband stellt eine für Tierschützer provokante Forderung.

In der Debatte um den Umgang mit Wölfen bringt der Deutsche Jagdverband den Abschuss ganzer Rudel ins Gespräch. Den sehr anpassungsfähigen Raubtieren müsse beigebracht werden, sich von Menschen und Nutztieren fernzuhalten, sagte Verbandspräsident Hartwig Fischer der "Bild"-Zeitung. "Dazu kann es auch notwendig sein, ganze Rudel zu töten." Wölfe sind strengstens geschützt und dürfen nicht gejagt werden.

Ausnahmen werden nur in gesetzlich eng gefassten Grenzen erlaubt, wenn bestimmte Wölfe ein problematisches Verhalten entwickeln. So hatten am Donnerstag die Behörden in Schleswig-Holstein den Abschuss eines Wolfs genehmigt, der nachgewiesenermaßen mehrfach spezielle Wolfsschutzzäune überwand, um Schafe zu reißen. Die Behörden wollen mit dem Abschuss auch verhindern, dass das Tier dieses Verhalten an etwaige Nachkommen weitergibt.

Medienberichten zufolge genehmigten auch die Behörden in Niedersachsen aus den gleichen Gründen den Abschuss eines sogenannten Problemwolfs. Das Tier soll ebenfalls wiederholt Schutzzäune überwunden und Nutzvieh gerissen haben.

Mittlerweile 70 Rudel in Deutschland

Die in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert ausgerotteten Wölfe breiten sich hierzulande seit knapp 20 Jahren wieder aus. Inzwischen sind bundesweit mehr als 70 Rudel sowie 30 Paare und drei Einzeltiere nachgewiesen. Die meisten leben im Osten Deutschlands. Gegen die Präsenz der Wölfe machen vor allem Nutztierhalter seit Jahren mobil.

Die Situation sorgt auch politisch für Konflikte über die richtige Reaktion. Während die einen auf Bejagung setzen und die strengen Schutzbestimmungen lockern möchten, wollen andere die Tierhalter besser dabei unterstützen, ihre Herden zu schützen. Maßgeblich für den Wolfsschutz sind auch rechtliche Vorgaben auf europäischer Ebene.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP