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Wort des Jahres 2017 "Jamaika-Aus" schlägt "Ehe für alle"

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Es hat nicht sollen sein: Kanzlerin Angela Merkel, FDP-Chef Christian Lindner und Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.

dpa

Wochenlang bestimmen die Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen in Deutschland die Schlagzeilen. Das zeigt sich bei der Wahl zum Wort des Jahres 2017: "Jamaika-Aus" stehe für die schwierige Regierungsbildung, sei aber auch sprachlich interessant.

"Jamaika-Aus" ist zum Wort des Jahres 2017 gekürt worden. Der Begriff stehe nicht nur für die schwierige Regierungsbildung, sondern sei auch sprachlich interessant, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Der Name des Staates Jamaika habe in Deutschland eine neue Bedeutung bekommen, weil die Farben seiner Flagge für die gescheiterte schwarz-gelb-grüne Koalition stünden. Außerdem sei die Aussprache eingedeutscht worden. Mit dem Zusatz "Aus" werde umgangssprachlich auf das erfolglose Ende der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen verwiesen.

Auf dem zweiten Platz landete "Ehe für alle", auf Platz drei "#MeToo". In die Liste schaffen es Begriffe, die nach dem Urteil der Sprachexperten für 2017 gesellschaftlich und politisch besonders relevant sind. Die Häufigkeit der Wörter ist weniger entscheidend.

"Ehe für alle" beschreibt die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Dabei könne der Ausdruck auch falsch interpretiert werden, denn "alle" würde ja beispielsweise auch Kinder umfassen, sagte der GfdS-Vorsitzende Peter Schlobinski. Die Bedeutung des Begriffs "Ehe" sei mit der neuen Regel erweitert worden.

"Keinerlei Wertung oder Empfehlung"

Mit dem Schlagwort "#MeToo" prangern Frauen weltweit sexuelle Übergriffe an. Auslöser für die Kampagne im Herbst 2017 waren Vorwürfe gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein. Die Opfer wollten auf das Ausmaß des Problems aufmerksam machen, erklärte die GfdS.

Auf den weiteren Plätzen der Zehner-Liste landeten unter anderem "Obergrenze", "Dieselgipfel" und "Videobeweis". Auch ein Begriff ohne erkennbare Bedeutung ist darunter: "covfefe". US-Präsident Donald Trump nutzte das Wort in einem Tweet.

Die Jury wählt Begriffe aus, die laut GfdS "den sprachlichen Nerv des Jahres treffen und einen Beitrag zur Zeitgeschichte leisten". Das "Wort des Jahres" wurde 1971 erstmals und seit 1977 regelmäßig gekürt. Mit der Liste sei "keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden", sagen die Sprachforscher.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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