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Milben und Verdauungsprobleme Jedes siebte Bienenvolk stirbt im Winter

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Die Betriebe haben im Schnitt fast 15 Prozent ihrer Bienenvölker verloren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im vergangenen Jahr startet die Bienenzeit spät. Die größten Feinde der Insekten - die Varroa-Milben - haben weniger Zeit, sich in den Stöcken zu vermehren. Die vergangenen Wintermonate verlaufen daher glimpflich. Trotzdem liegen die Schäden für die Imker im Millionenbereich.

Parasiten haben Deutschlands Imkern einen hohen Millionenschaden zugefügt. Der Wert der in diesem Winter verlorenen Völker liege bei 20 bis 25 Millionen Euro, teilte das Fachzentrum Bienen und Imkerei in Mayen (Rheinland-Pfalz) mit. Die Betriebe verloren im Schnitt fast 15 Prozent ihrer Bienenvölker - grob gesagt jedes siebte Volk ist gestorben. Damit lag man etwa im langjährigen Mittel. "Es war keine gute Überwinterung, aber auch keine schlechte", sagt der Leiter des Fachzentrums, Christoph Otten.

An der Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Imkerbund nahmen bundesweit knapp 12.000 Imker teil. Vor einem Jahr lag der Ausfall noch bei 17,9 Prozent und damit drei Punkte höher. Die Verlustquote schwankt zwischen 10 und 25 Prozent. Grund für die bessere Lage gemessen am Vorjahr: Der Winter 2017/18 dauerte lang, die Blühsaison und damit die Bienenzeit starteten spät. Dadurch hatten die Varroa-Milben weniger Zeit, sich in den Stöcken bis zum darauffolgenden Winter zu vermehren.

Geht ein Bienenstock mit einem zu hohen Milbenanteil in den Winter, ist er dem Tod geweiht; ist der Anteil gering, kommt das Volk gut klar. Die Milben gelten als Hauptgrund für das Sterben von Bienenvölkern. Ein weiterer Grund, der deutlich weniger stark ins Gewicht fällt, sind Verdauungsprobleme der Insekten, wenn diese spät im Jahr noch Waldhonig einsammeln. Gegen die Varroa-Milben gibt es wirksame Maßnahmen, etwa organische Säuren. Jeder zweite Imker hatte gar keinen Ausfall zu vermelden.

"Verhaltener Preisanstieg" erwartet

Beim Blick nach vorn bekommt Otten dennoch leichte Sorgenfalten. Der diesjährige Winter war früh vorbei, die Bienen wurden eher aktiv - und boten so den Varroa-Milben bessere Vermehrungschancen. Daher schätzt Otten, dass die Ausfälle im kommenden Winter höher werden. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 100.000 Imker und eine Million Honigbienen-Völker. Die allermeisten Imker sind Hobby- oder Teilzeitimker, weniger als ein Prozent sind Vollzeit-Berufsimker.

Der Preis für ein 500-Gramm-Glas deutschen Honig lag 2018 zwischen 4,70 Euro und 6,45 Euro - hier geht es um Blütenhonig von verschiedenen Pflanzen und nicht um Sortenhonig, der teurer ist. Seit langem zieht der Preis tendenziell etwas an. Branchenkenner Otten rechnet 2019 "mit einem verhaltenem Preisanstieg".

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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