Panorama

Prozess in Schweinfurt Jugendtrainer gesteht sexuellen Missbrauch

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Die Richter in Schweinfurt hatten die Öffentlichkeit bereits zu Beginn des Prozesses ausgeschlossen.

(Foto: imago/imagebroker)

Über mehrere Jahre nutzt ein Jugendfußballtrainer das Vertrauen seiner Schützlinge aus und bringt sie dazu, ihm Nacktbilder von sich zu schicken. Mehrere Kinder missbraucht er und filmt seine Taten. Im Prozess gibt der Mann alles zu.

Vor dem Landgericht im bayerischen Schweinfurt hat der Missbrauchsprozess gegen einen Fußballjugendtrainer begonnen. Der Angeklagte legte zum Prozessauftakt ein vollständiges Geständnis ab, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Ihm wird vorgeworfen, neun Jungen im Alter zwischen 13 und 14 Jahren unter Vorwänden dazu gebracht zu haben, ihm pornografische Bildaufnahmen zuzusenden. In weiteren Fällen soll er sich auch sexuell an Kindern vergangen haben, wie aus der Anklageschrift hervorgeht. Nach dem Geständnis des Angeklagten bleibt den Kindern damit wahrscheinlich eine Aussage im Zeugenstand erspart.

Dem Angeklagten werden unter anderem neun Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern, eine Vergewaltigung sowie gefährliche Körperverletzung und die Herstellung kinderpornografischer Schriften zur Last gelegt. Der 21-Jährige soll durch seine Funktion das Vertrauen der Schützlinge erworben und intime Aufnahmen erhalten haben, sagte der Staatsanwalt zu Beginn des Prozesses. So soll er den Kindern erzählt haben, ihre Handys seien von einem angeblichen russischen Kinderpornoring gehackt worden, woraufhin Nacktaufnahmen von ihnen im Internet gelandet seien.

Er täuschte demnach vor, diese Aufnahmen mithilfe eines "Filters" entfernen zu können, für dessen Betrieb er aber Bilder der Geschlechtsteile der Kinder benötige. Von Oktober 2017 bis kurz vor seiner Festnahme am 12. Februar 2020 brachte er die Kinder so dazu, ihm kinderpornografisches Material zuzusenden. In mehreren Fällen verging sich der Angeklagte auch körperlich an den Kindern und filmte seine Taten. Laut Anwalt Jürgen Scholl, der die Eltern der Opfer in der Nebenklage vertritt soll ein Sachverständiger den Angeklagten als schuldfähig eingestuft haben. Bis Mitte Dezember sind in dem Verfahren weitere fünf Prozesstage geplant. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Quelle: ntv.de, jhe/AFP/dpa