Panorama

Extrem seltene Krankheit Junge Frau schwitzt Blut statt Schweiß

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Der Fall einer 21-jährigen Frau sorgt für Aufsehen – sie "schwitzt Blut".

Canadian Medical Association Journal

Wer unter Hämhidrose leidet, zeigt gruselige Symptome: Betroffene schwitzen Blut. So ergeht es einer 21-jährigen Italienerin - der aktuelle Fall sorgt für Aufsehen.

"Blut und Wasser schwitzen" - diese Redensart wird für eine junge Frau schreckliche Realität. Immer wieder sind ihre Hände und ihr Gesicht blutverschmiert. Es passiert in der Nacht, wenn sie schläft, oder am Tag bei körperlicher Aktivität.

Als sie in ein Krankenhaus in Florenz eingeliefert wird, zeigt die 21-Jährige seit drei Jahren dieses fast schon biblische Symptom. Bei der Untersuchung stellen die Mediziner fest, dass die 21-Jährige keine offensichtlichen Hautverletzungen hat, von denen das Blut stammen konnte. Wie ihre Ärzte in dem Fachmagazin "Canadian Medical Association Journal (CMAJ)" berichten, leidet die junge Frau an einer "Hämhidrose" - einer äußerst seltenen Erkrankung, bei der die Patienten "Blut schwitzen". 

Die Italienerin hatte sich wegen ihrer ungewöhnlichen Blutungen komplett von ihren Mitmenschen abgeschottet und litt unter Depressionen und Panik-Attacken.

Ursachen unklar

Hämhidrose ist medizinisch noch nicht vollständig erforscht. Häufig ist das Gesicht betroffen, doch auch aus anderen Körperstellen wie Armen oder dem Bauchnabel kann spontan Blut austreten -  vor allem wenn die Betroffenen unter emotionalen oder körperlichen Stress geraten.

Bei der Hämhidrose reißen kleinste Blutgefäße, die die Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Die These, dass das Blut durch Schweißdrüsen aus der Haut tritt, die Betroffenen also tatsächlich "Blut schwitzen", ist jedoch umstritten. Ebenso unklar sind die Ursachen. Mediziner vermuten, dass eine erblich bedingte starke Verletzbarkeit der Blutgefäße vorliegen muss, die dazu führt, dass die Gefäßwände unter Stress reißen.

Die italienischen Ärzte behandelten die junge Frau gegen Depressionen und Panikstörungen und gaben ihr blutdrucksenkende Mittel. Damit konnten sie den "Blut-Schweiß" etwas verringern, vollständig geheilt werden konnte die Frau bislang aber nicht.

Quelle: n-tv.de, dsi

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