Panorama

"Sicher ist sicher" Kachelmann hält mehr Abstand zu Frauen

Vier Monate Untersuchungshaft wegen des Verdachts der Vergewaltigung. Der Prozess endet mit einem Freispruch mangels Beweisen. Für Wettermoderator Jörg Kachelmann hat sich einiges Verändert - zum Beispiel sein Umgang mit Frauen.

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Kachelmann von Fotografen verfolgt.

(Foto: dpa)

Der Wetterexperte Jörg Kachelmann leidet nach eigener Darstellung bis heute unter den Folgen des Vergewaltigungsvorwurfs seiner früheren Geliebten. "Geblieben ist, dass ich ein unbehagliches Gefühl habe, wenn viele Menschen auf mich zukommen", sagte Kachelmann dem "Stern" in der aktuellen Ausgabe. "Wahrscheinlich eine Folge der Jagdszenen, als Fotografen auf das Auto meiner Anwältin einstürzten, wenn sie mich in die Gerichtstiefgarage fuhr."

Außerdem gab der 58-Jährige an, aufgrund der Geschehnisse seinen Umgang mit Frauen geändert. "Ich im Aufzug, der hält, Frau will rein, bedeutet - ich raus", sagte Kachelmann. Auch lasse er nun die Tür offen, wenn er sich mit einer Frau in einem Raum befände. "Sicher ist sicher."

Im einem spektakulären Strafprozess war Kachelmann im Mai 2011 vom Landgericht Mannheim freigesprochen worden, weil der Vorwurf nicht habe bewiesen werden können. Kachelmann hatte vier Monate in Untersuchungshaft gesessen.

Vergewaltigung sei "ein schreckliches Verbrechen", sagte Kachelmann nun. Er habe selbst in seinem Leben elf Frauen "mehr oder weniger gut kennengelernt", die vergewaltigt worden seien. Es gebe aber auch "Männer, die zu Unrecht wegen Vergewaltigung verurteilt wurden und die daran zerbrachen oder sogar starben, während man die angeblichen Opfer bedauert hat".

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat vergangene Woche entschieden, dass Claudia D. 2010 den Moderator bewusst falsch der Vergewaltigung bezichtigt habe. Die Ex-Geliebte wurde in dem Zivilverfahren deshalb verurteilt, die Kachelmann entstandenen Kosten für Gutachten in Höhe von mehr als 7000 Euro plus Zinsen, zu zahlen. 

Zuvor wurde bereits die "Bild"-Zeitung dazu verurteilt Kachelmann 395.000 Euro für die Berichterstattung über den Prozess gegen ihn bezahlen - viel weniger als in erster Instanz festgelegt. Das entschied das Oberlandesgericht Köln. In der Berichterstattung über seinen Prozess hatte "Bild" nach Ansicht der Richter in ihrer gedruckten Ausgabe und online mehrfach die Grenzen des Erlaubten überschritten und Kachelmanns Persönlichkeitsrecht schwer verletzt.

Quelle: ntv.de, awi/dpa