Panorama

Gesetz gegen Diskriminierung Kalifornien schützt Dreadlocks und Afros

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Natürliche Haarformen wie Dreadlocks und Afro-Frisuren sollen in Kalifornien am Arbeitsplatz und in Schulen geschützt werden.

(Foto: imago/Panthermedia)

Der US-Bundesstaat Kalifornien verbietet Diskriminierung aufgrund von Frisuren. Vor allem Afroamerikaner sollen dadurch nicht mehr wegen Dreadlocks und Afro-Frisuren benachteiligt werden. Denn das passiert immer wieder - wie der Fall eines schwarzen Schülers zeigt, der sich die Haar abschneiden musste.

Als erster Bundesstaat der USA geht Kalifornien mit einem Gesetz gegen Diskriminierung aufgrund von Frisuren vor. Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete den sogenannten "CROWN"-Entwurf zum Schutz von Menschen mit natürlichen Haarformen wie Dreadlocks und Afro-Frisuren am Arbeitsplatz und in Schulen. Die schwarze Senatorin Holly Mitchell hatte den Vorschlag eingebracht, der sich vor allem gegen die Benachteiligung von Afroamerikanern richtet.

"Dieses Gesetz schützt die Rechte schwarzer Kalifornier, die ihr Haar auf natürliche Weise tragen wollen, ohne den Druck, sich an eurozentrische Normen anpassen zu müssen", sagte Mitchell, eine schwarze Demokratin mit stark gekräuselten Afrolocken, die das Gesetz initiiert hatte. "Für uns ist das ein Symbol dafür, wer wir sind", sagte Mitchell über afro-amerikanische Frisuren. Als "natürlich" gelten diese Haarformen, weil dabei keine chemischen Mittel eingesetzt werden müssen, um sie etwa zu glätten.

Gouverneur Newsom berichtete von dem Fall eines schwarzen Schülers an einer Highschool in New Jersey. Dieser war 2018 von seinem Trainer gezwungen worden, seine Dreadlocks für einen Wrestling-Wettbewerb abzuschneiden. Der junge Mann sei vor die Wahl gestellt worden, "die Teilnahme an einem Wettkampf oder seine Identität zu verlieren", sagte Newsom. "So etwas geschieht an Arbeitsplätzen, so etwas geschieht in Schulen, nicht nur bei Sportwettkämpfen, jeden Tag überall in den USA", fügte er hinzu. Befürworter des neuen Gesetzes in Kalifornien hatten von Benachteiligungen am Arbeitsplatz wegen ihrer Frisuren berichtet.

Das Gesetz tritt am 1. Januar in Kraft. Es erlaubt weiterhin, an Arbeitsplätzen auch Sicherheits- und Hygienegründen Haarnetze vorzuschreiben. Im Februar hatte die Stadt New York bereits ein ähnliches Gesetz beschlossen.

Quelle: ntv.de, aeh/dpa/AFP