Zwei Johannes Paul, ein BenediktKammerdiener dreier Päpste ist gestorben

Angelo Gugel ist der ewige Kammerdiener des Herrn. Über Jahrzehnte hinweg umsorgt er mehrere Päpste. Obwohl seine Dienstzeit nach den ersten 33 Tagen bereits beendet schien. Nun ist er gestorben.
Trauer im Vatikan: Mit 90 Jahren ist der langjährige Kammerdiener von insgesamt drei Päpsten gestorben. Nach Angaben des Vatikans starb Angelo Gugel am Donnerstagabend in Rom im Kreis seiner Familie. Er arbeitete mehr als ein Vierteljahrhundert für den inzwischen heilig gesprochenen Papst Johannes Paul II.. Die Fotos, wie Gugel dem Pontifex aus Polen bei dem Attentat auf dem Petersplatz 1981 im Papamobil zur Seite steht, gingen um die Welt. Johannes Paul II. überlebte damals schwer verletzt.
Der Italiener Gugel kam 1955 als Gendarm in den Vatikan. Laut der offiziellen Nachrichtenseite des Vatikan waren Gugels Mutter und Gugels Frau mit Bischof Albino Luciano bekannt. Gugel wurde Anfang der 1960er Jahre dessen Chauffeur in Rom. Als Luciano 1978 zum Papst gewählt wurde, berief er Gugel zum Kammerdiener. Papst Johannes Paul I., wie sich Luciano nannte, starb allerdings bereits nach 33 Tagen - Gugels Dienst schien beendet.
Rund zwei Wochen später aber wurde der Italiener erneut zum Dienst berufen. Dieses Mal von einem Papst, "der von weit hergekommen war", erinnerte sich Gugel laut Vatikan später. "Meine Beine zitterten", wird Gugel zitiert, er sei der Einzige im Raum gewesen der Italienisch sprach. Doch der Papst aus Polen, Johannes Paul II., schaffte demnach eine Atmosphäre des Vertrauens. Gugel soll ihm dafür bei der richtigen Aussprache geholfen haben.
Gugel war auch dabei, als Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 bei einer Fahrt über den Petersplatz von einem Attentäter angeschossen wurde. Auf den Aufnahmen von damals ist zu sehen, wie er den schwer verletzten Oberhaupt der katholischen Kirche stützt und unter die Arme greift. Die Fotos waren damals rund um die Welt auf den Titelseiten vieler Zeitungen. Gugel begleitete Papst Johannes Paul II. bis an sein Lebensende.
Kurze Zeit arbeitet er dann auch noch für den deutschen Papst Benedikt XVI.. Mit 70 Jahren ging er in den Ruhestand. Gugel war verheiratet und hinterlässt vier Kinder.