Panorama

Trudeau und die "Menschheit" Kanadas Premier korrigiert Bürgerin

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Trudeau wollte möglicherweise nur einen Witz machen.

(Foto: REUTERS)

Für das deutsche Wort Menschheit wird im Englischen normalerweise "Mankind" verwendet. Doch genau an dieser Vokabel stößt sich der kanadische Premierminister Trudeau bei einer Frau. Allerdings scheint es doch um etwas anderes zu gehen.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau ist bekannt dafür, sich um mehr Geschlechtergerechtigkeit zu bemühen. Nun allerdings muss er sich den Vorwurf des "Mansplaining" gefallen lassen, ausgerechnet für ein Wort, das für mehr Gleichberechtigung sorgen soll.

Bei einer Bürgersprechstunde in Edmonton an der MacEwan-Universität sprach eine junge Frau darüber, dass sie einer christlichen Organisation angehöre und fragte Trudeau nach der Regierungspolitik in Bezug auf religiöse Stiftungen. Sie sagte: "Maternal love is the love that is going to change the future of mankind." Übersetzt bedeutet das: "Mütterliche Liebe ist die Art Liebe, die die Zukunft der Menschheit ändern wird."

Trudeau stieß sich jedoch an dem Wort "mankind" und unterbrach die Frau. "Wir sagen lieber 'peoplekind', nicht unbedingt 'mankind'. Das ist integrativer." "Man" heißt im Englischen unter anderem Mensch und Mann - deshalb wird der Begriff "Mankind" von manchen als diskriminierend betrachtet.

In dem Raum gab es spontanen Applaus, auch die Frau bedankte sich für den Hinweis. Anschließend machte ein Video mit Trudeaus Kommentar in sozialen Medien die Runde. Dort war die Reaktion allerdings nicht so positiv.

Vorlage für rechte Kommentatoren

Trudeau habe sich als übler, einschüchternder Besserwisser gezeigt, schrieb etwa der konservative britische TV-Moderator Piers Morgan für die Boulevardzeitung "Daily Mail". Die australische Kolumnistin Rita Panahi bezeichnete Trudeau als "die Kim Kardashian der Spitzenpolitiker". Auch "Fox and Friends", eine Lieblingssendung von US-Präsident Donald Trump auf dem konservativen Sender Fox News, machte "peoplekind" zum Thema.

Außerdem gab es jede Menge Witze, beispielsweise über "Batpeople" als neuen Namen für den Comic-Helden Batman und eine Umbenennung des kanadischen Bundesstaats Manitoba in "Peopletoba". Die kanadische "National Post" vermutet, dass Trudeau keineswegs "mansplainen", also einer Frau herablassend etwas erklären wollte. Vielmehr habe es sich wohl eher um einen missglückten Scherz gehandelt, mit dem der Premier den missionierenden Redefluss der Frau unterbrechen wollte. Die Zeitung nannte es aber tatsächlich an der Zeit, den Begriff "mankind" zunehmend durch Wort wie "humankind" oder "personkind" zu ersetzen. "Peoplekind" hingegen sage wirklich niemand.

Quelle: ntv.de, sba

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