Panorama

Probleme mit dem Dolmetscher Kandel-Prozess startet holprig

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Vor dem Landgericht Landau muss sich Abdul B. seit heute verantworten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Messerangriff auf die 15 Jahre alte Mia steht der mutmaßliche Täter nun vor Gericht. Der Prozess startet unter Ausschluss der Öffentlichkeit - und muss gleich zu Beginn wieder unterbrochen werden.

Schleppender Auftakt im Mordprozess zur Bluttat von Kandel: Das nicht-öffentliche Verfahren um den tödlichen Messerangriff auf die 15 Jahre alte Mia aus dem südpfälzischen Ort ist kurz nach dem Auftakt unterbrochen worden. Der Verteidiger des Angeklagten Abdul D., Maximilian Endler, beantragte nach eigenen Angaben vor dem Landgericht Landau den Austausch des Dolmetschers.

Dieser habe unzureichend übersetzt, sagte Endler. Das habe er beurteilen können, auch wenn er die afghanische Landessprache Dari selbst nicht spreche. Seinem Antrag sei stattgegeben worden. Noch am heutigen Montag soll ein neuer Dolmetscher erscheinen und der Prozess fortgesetzt werden.

Vorgesehen sind für den ersten Prozesstag neben der Anklageverlesung auch die Vernehmung von Sachverständigen und Zeugen. Verteidiger Endler sagte, sein Mandant wolle sich zu seiner Person und zur Sache äußern. Abdul B. sei in schlechter Verfassung, er bereue die Tat. Gegen seinen Mandanten habe es Morddrohungen und Übergriffe von Mithäftlingen im Gefängnis gegeben.

Die Staatsanwaltschaft wirft Abdul D. Mord vor und sieht laut Gerichtssprecher Robert Schelp die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe erfüllt - in diesem Fall Eifersucht und Rache. Bislang sind noch zwölf weitere Prozesstage bis zum 29. August angesetzt. Insgesamt sollen mehr als 80 Zeugen geladen werden.

Quelle: ntv.de, hny/dpa