Panorama

Chinese in Russland ermordet Kiew empfängt China-Rückkehrer mit Gewalt

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Eine Demonstration gegen Rückkehrer aus China geriet völlig aus dem Ruder.

(Foto: REUTERS)

Dutzende ukrainische Rückkehrer aus dem Coronavirus-Gebiet Wuhan sind in der Heimat nicht willkommen: Die aufgebrachte Menge bewirft sie mit Steinen und errichtet Barrikaden. Einige greifen zu Eisenstangen. In Russland wird unterdessen ein Chinese mit durchgeschnittener Kehle gefunden.

Begleitet von Ausschreitungen sind Dutzende Ukrainer aus der chinesischen Stadt Wuhan in einer Quarantänestation in der Zentralukraine angekommen. Auf der Fahrt dorthin wurden mehrere Scheiben der Busse eingeworfen, wie Live-Bilder im ukrainischen Fernsehen zeigten. Informationen über Verletzte gab es zunächst nicht. Die Polizei musste für den Konvoi eine brennende Barrikade räumen.

Hunderte Menschen hatten gegen die Rückkehrer aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 demonstriert. Sie waren teilweise mit Eisenstangen bewaffnet. Es flogen Steine. Mehrere Hundert Polizisten waren im Einsatz, um die Lage zu beruhigen.

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Steine, Eisenstangen, brennende Barrikaden: Die ukrainischen Wuhan-Rückkehrer sind im eigenen Land nicht willkommen.

(Foto: REUTERS)

Anwohner hatten eine Verbindungsstraße zu der Quarantänestation blockiert. Die Quarantänestation befindet sich in einem Sanatorium der ukrainischen Nationalgarde in der Ortschaft Nowi Sanschary knapp 300 Kilometer östlich von Kiew. Die China-Rückkehrer kamen dort am Abend an. Das Gelände war komplett abgeriegelt.

Die Ukrainer waren zuvor neben anderen Staatsangehörigen mit einem Charterflug aus Wuhan ausgeflogen worden. An Bord befanden sich 45 Ukrainer und 27 Angehörige anderer Staaten. Alle Passagiere müssen in den nächsten zwei Wochen in dem Sanatorium bleiben. In der Ukraine wurde bisher keine Sars-CoV-2-Infektion gemeldet.

Grausamer Mord nach Klinikaufenthalt

Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich geschockt: "Die Versuche, Straßen, Krankenhäuser zu blockieren und Bürger der Ukraine nicht in die Ukraine zu lassen - damit zeigen wir bei weitem nicht die beste Seite unseres Charakters." Ministerpräsident Alexej Gontscharuk flog am Abend von Kiew in das Gebiet Poltawa, um sich ein Bild der Lage zu machen. In anderen westukrainischen Städten gab es ähnliche Proteste.

Auch in Russland wachsen die Vorbehalte gegenüber möglichen Patienten mit dem neuartigen Virus. Nahe der Stadt Kursk im Westen des Landes wurde ein Chinese nach Berichten lokaler Medien mit durchgeschnittener Kehle in einem Hostelbett gefunden. Zuvor war der Mann wegen des Verdachts auf die Lungenerkrankung Covid-19 in einem Krankenhaus untersucht, aber als gesund entlassen worden. Die Ermittler wollten einen Zusammenhang zwischen seinem Tod und Vorbehalten wegen des Klinikaufenthalts prüfen.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa