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Reanimation erfolglos Kinder fallen in Wasserbecken und sterben

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Die Kinder waren bewusstlos aus dem Wasser geborgen worden.

picture alliance/dpa

Zwei Jungs schleichen sich in Schleswig-Holstein aus einem Gottesdienst. Der Fünf- und der Sechsjährige fallen in ein Becken, in dem Regenwasser gesammelt wird. Ihre Rettung kommt zu spät, wenige Stunden später sind die Kinder tot.

Zwei Kinder sind in Glinde in Schleswig-Holstein in ein Regenrückhaltebecken gefallen und gestorben. Retter hatten die beiden Jungen im Alter von fünf und sechs Jahren bewusstlos aus dem Wasser geholt und versucht, sie zu reanimieren. Die Reanimation der Notärzte wurde noch auf dem Weg in ein Hamburger Krankenhaus fortgesetzt. Wenig später meldete die Polizei den Tod der Jungen.

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Den Polizei-Angaben zufolge hatten die Kinder unter dem Vorwand, auf die Toilette zu müssen, einen großen Gottesdienst verlassen. Bald danach seien sie vermisst worden. Die Polizei war am Vormittag alarmiert worden. Bei der Suche habe man sie in dem nahe gelegenen Regenrückhaltebecken an der Straße "Am Sportplatz" gefunden. Zwei Frauen, vermutlich die Mütter der Kinder, seien kollabiert und ebenfalls ins Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die Ränder des Beckens fallen hinter Büschen steil ab und sind mit einer möglicherweise rutschigen Folie bedeckt. Das Wasser sei am Rande nur etwa einen halben Meter tief, in der Mitte aber zwei Meter, sagte der Feuerwehrsprecher. Einer der Ersthelfer, Billy Atabhojie, sagte, ein Kollege, der das erste Kind herausholte, habe ihn gewarnt: "Das Wasser ist gefährlich!" Dann seien sie beide hineingesprungen und hätten versucht, das zweite Kind zu retten.

Drittes Kind im Wasser vermutet

Der zuerst eingetroffene Polizist habe ihnen beim Rauskommen geholfen. Zwei Taucher der Feuerwehr Hamburg suchten das Gewässer ab, weil zunächst noch ein drittes Kind in dem Teich vermutet wurde. Das nur wenige Meter lange und breite Becken dient auch als Feuerlöschteich. Es sei eingezäunt, sagte der Feuerwehrsprecher. Wie die Kinder durch den Zaun gelangten, ist unklar. Es seien offenbar mehrere Kinder gewesen, denn nach dem Unglück seien einige von ihnen zurückgelaufen und hätten die Erwachsenen alarmiert.

Atabhojie sagte, eine weinende Frau habe ihm gesagt: "Mein Kind ist im Wasser!" Er habe sich erklären lassen, wo der wenige Schritte von einem Hotel entfernte Teich liegt. Dann sei er hingelaufen und habe mit dem Kollegen die Kinder mit herausgeholt. Beide Jungen hätten noch geatmet. Das "Hamburger Abendblatt" berichtet, die Jungen seien etwa 30 Minuten unter Wasser gewesen.

In dem Hotel habe eine europaweite Veranstaltung einer afrikanischen christlichen Gemeinschaft mit etwa 300 Teilnehmern stattgefunden, sagte der Feuerwehrsprecher. Der anwesende Priester habe nach dem Unfall die Seelsorge übernommen. Die Freiwillige Feuerwehr Glinde war mit 25 Mann im Einsatz. Unterstützt wurden sie von den Tauchern und der Polizei, fünf Rettungswagen, mehreren Notärzten und einem Hubschrauber.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/AFP

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