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Pfarrer an der Belastungsgrenze Kirchen haben ein Nachwuchsproblem

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Viele Pfarrer gehen in Pension, junge Nachfolger sind schwer zu finden.

(Foto: picture alliance / Marcus Brandt)

Gottesdienste und zahlreiche andere Aufgaben in der Gemeinde. Ohne Pfarrer ist kirchlicher Alltag undenkbar. Doch evangelische und katholische Kirchen finden immer weniger Bewerber für den anspruchsvollen Job.

Bis zum Jahr 2030 fehlen den beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland einem Medienbericht zufolge rund 14.000 Priester und Pastoren. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erwarte, dass bis dahin etwa 7000 der aktuell rund 13.500 Priesterstellen nicht mehr besetzt werden können, schreibt der "Focus".

Diese Entwicklung sei "katastrophal", sagte ZDK-Präsident Thomas Sternberg dem Nachrichtenmagazin. "Wir werden die gewohnten Strukturen nicht mehr halten können. Laien müssen in Zukunft viel mehr Aufgaben übernehmen können."

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) habe vergleichbare Probleme, schreibt das Magazin weiter. Der Pfarrerverband gehe davon aus, dass sich die Zahl der derzeit etwa 21.000 Pfarrerinnen und Pfarrer um rund ein Drittel reduzieren werde. Demnach könnten bis 2030 ebenfalls rund 7000 Stellen nicht nachbesetzt werden. "Das führt jeden einzelnen Pfarrer an seine Belastungsgrenze - und darüber hinaus", sagte der Vorsitzende des Pfarrerverbands, Andreas Kahnt.

"Die Kirchen müssen das Problem unbedingt anpacken", sagte der religionspolitische Sprecher der SPD, Lars Castellucci. "Dazu braucht es vor allem Vorbilder, die ausstrahlen, dass sie ihre Berufung leben." Vielleicht sei es nicht wirklich nötig, dass alle Priester intensiv Altgriechisch und Latein lernen müssen. "Und es braucht auch für Späteinsteiger, die sich im Laufe ihres Berufslebens umorientieren, Wege in den Beruf als Pfarrer oder Pfarrerin", gab der SPD-Politiker zu bedenken.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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