Panorama

Grausame Fangpraxis im PazifikKiribati stoppt chinesisches Schiff mit abgeschnittenen Haiflossen an Bord

25.08.2026, 11:48 Uhr
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Haiflossen werden auf einem chinesischen Fischmarkt zum Verkauf angeboten. (Foto: picture alliance / WILDLIFE)

Haien bei lebendigem Leib die Flossen abzuschneiden und sie danach ins Meer zu werfen, ist in vielen Regionen untersagt. Doch die Nachfrage nach Haiflossen in Asien ist hoch. An Bord eines chinesischen Schiffs macht die Wasserschutzpolizei von Kiribati einen grausamen Fund.

Die Behörden des kleinen Pazifikstaates Kiribati haben ein chinesisches Schiff festgesetzt, weil die Besatzung Haien bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten haben soll. Wie die Wasserschutzpolizei der Insel-Republik nahe dem US-Bundesstaat Hawaii mitteilt, hatte das Schiff eine Genehmigung, in Kiribatis Gewässern zu kreuzen. Die Entdeckung von Haiflossen an Bord deute aber auf illegale Fangpraktiken hin.

Haien bei lebendigem Leib die Flossen abzuschneiden und sie anschließend wieder ins Meer zu werfen, ist in weiten Gebieten des Pazifiks untersagt. Allerdings ist die Nachfrage nach Haiflossen in Ost- und Südostasien anhaltend hoch. Deshalb wird die tierquälerische Fangpraxis weiterhin angewandt.

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Ein grausamer Tod: Dieser Graue Riffhai wurde nach dem Abtrennen der Flossen sterbend zurück ins Meer geworfen. (Archivbild) (Foto: picture alliance / WILDLIFE)

Den Angaben zufolge haben sich zwischen dem 3. und 14. August elf Inselstaaten im Pazifik an einer Patrouille auf hoher See beteiligt. Die US-Küstenwache und ein australisches Militärflugzeug hätten den Einsatz ebenfalls unterstützt, hieß es. Bei der gemeinsamen Patrouille wurden insgesamt vier Schiffe wegen illegaler Aktivitäten gestoppt.

Das sogenannte Finning, also das Abtrennen der als Finne bezeichneten Rückenflosse und anderer Flossen von Haien, führte laut dem Experten Andrew Chin von der australischen James Cook University in der Vergangenheit zu einem "massiven Rückgang" der Hai-Bestände. "Weil es jetzt illegal ist, machen es diejenigen, die es noch machen, heimlich, sodass es wirklich schwierig festzustellen ist", fügte der Experte hinzu.

Das Ausmaß der grausamen Fangpraxis ist nach wie vor enorm. Anfang des Jahres beschlagnahmte die brasilianische Bundespolizei mehr als 1,5 Tonnen Haifischflossen, die von Haien verschiedener Arten stammten. Darunter waren auch bedrohte Spezies, wie die Polizei mitteilte.

Die brasilianischen Ermittler nahmen sieben Menschen fest: vier Brasilianer - darunter ein Minderjähriger - sowie drei chinesische Staatsangehörige. Ihnen wurden Verbrechen gegen die Tierwelt, qualifizierte Hehlerei sowie Beteiligung eines Minderjährigen verantworten.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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