Panorama

Mehr Betten und BeatmungsgeräteKliniken sollen Krisenpläne aktivieren

10.03.2020, 12:19 Uhr

Bei den meisten Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, verläuft die Erkrankung mild. Gefährlich kann es unter anderem für Ältere werden. Die Krankenhäuser und Gemeinden sollen sich jetzt darauf vorbereiten, dass sich die Epidemie ausbreitet, appelliert das Robert-Koch-Institut.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Krankenhäuser und Gemeinden in Deutschland wegen der Ausbreitung des Coronavirus dazu aufgerufen, ihre Krisenpläne zu aktivieren. "Es ist eine ernste Situation", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. "Ich fordere alle Bürgermeister und Landräte auf, ihre Krisenpläne zu aktivieren." Er fordere auch alle Ärzte dazu auf - die Krankenhäuser müssten sich darauf vorbereiten, ihre Strukturen anzupassen.

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Das RKI rät unter anderem dazu, mehr Intensivbetten zur Verfügung zu stellen. (Foto: picture alliance/dpa)

"Wir stehen am Anfang dieser Epidemie", sagte Wieler. "Wir werden sie nur bewältigen, wenn alle Verantwortungsträger mit dieser bevorstehenden Krise entsprechend umgehen." Zur Anpassung der Strukturen in den Krankenhäusern zählte Wieler etwa, nicht zwingend erforderliche Eingriffe auszusetzen. Außerdem sei es sinnvoll, mehr Intensivbetten und Beatmungsgeräte zur Verfügung zu stellen.

Krankenhäuser könnten etwa dafür sorgen, dass Patienten mit einem Verdacht auf Coronavirus anders aufgenommen werden als andere Patienten. So könne sich eine feste Gruppe des Personals nur um diese Patienten kümmern und sich entsprechend besser vor einer eigenen Ansteckung schützen.

Laut Wieler werden vier von fünf am Coronavirus erkrankte Menschen einen milden Verlauf der Krankheit haben. Es müsse nun die Gruppe der älteren und chronisch kranken Menschen besonders geschützt werden, weil die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe mit zunehmendem Alter zunehme.

Das RKI erklärte mittlerweile ganz Italien zu einem Risikogebiet. Für Deutschland stuft es in der Risikobewertung die Gefahr als "mäßig" ein. Es gebe aber auch in Deutschland besonders gefährdete Gebiete, vor allem den nordrhein-westfälischen Landkreis Heinsberg.

Quelle: hul/AFP

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