Panorama

Gefahr in Deutschland "mäßig" RKI stuft ganz Italien als Risikogebiet ein

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Von Italien-Besuchen wie hier in Mailand wird derzeit dringend abgeraten.

(Foto: REUTERS)

Infolge der raschen Ausbreitung des Coronavirus in Italien erklärt das Robert-Koch-Institut das südeuropäische Land zum Risikogebiet. Obwohl der Erreger nun auch in allen deutschen Bundesländern vorkommt, schätzt das Institut die Gesundheitsgefährdung hierzulande als "mäßig" ein.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) wird im Laufe des Tages ganz Italien als Risikogebiet einstufen. Das hat RKI-Chef Lothar Wieler auf einer Pressekonferenz in Berlin angekündigt. In Deutschland werde die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung demnach insgesamt weiter als "mäßig" eingeschätzt. Im besonders betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen liege sie laut Wieler jedoch höher.

Italien leidet von allen europäischen Ländern am stärksten unter dem Ausbruch. Die Regierung hat deshalb am Montagabend die bislang nur für Regionen im Norden geltenden Beschränkungen der Bewegungsfreiheit auf das ganze Land ausgedehnt.

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Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung appellierte Wieler an die deutschen Gemeinden und Krankenhäuser, ihre Krisenpläne in Kraft zu setzen. "Es ist eine ernste Situation", sagte der RKI-Präsident. "Ich fordere alle Bürgermeister und Landräte auf, ihre Krisenpläne zu aktivieren." Die Strukturen müssten so verändert werden, dass mehr schwer an Covid-19 erkrankte Menschen in Krankenhäusern behandelt werden könnten.

Zur Anpassung der Strukturen in den Krankenhäusern zählte Wieler, nicht zwingend erforderliche Eingriffe auszusetzen. Außerdem sei sinnvoll, mehr Intensivbetten und Beatmungsgeräte zur Verfügung zu stellen. Krankenhäuser könnten etwa dafür sorgen, dass Patienten mit einem Verdacht auf Coronavirus anders aufgenommen werden als andere Patienten. So könne sich eine feste Gruppe des Personals nur um diese Patienten kümmern und sich entsprechend besser vor einer eigenen Ansteckung schützen. "Wir stehen am Anfang dieser Epidemie", sagte Wieler. "Wir werden sie nur bewältigen, wenn alle Verantwortungsträger mit dieser bevorstehenden Krise entsprechend umgehen."

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Laut Wieler werden vier von fünf am Coronavirus erkrankte Menschen einen milden Verlauf der Krankheit haben. Es müsse nun die Gruppe der älteren und chronisch kranken Menschen besonders geschützt werden, weil die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe mit zunehmendem Alter zunehme.

Zuvor war bekannt geworden, dass das Coronavirus offiziell auch in Sachsen-Anhalt angekommen ist. Bei einem Mann Mitte 20 aus Halle sei Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte das Sozialministerium in Magdeburg mit. Mit diesem Nachweis in dem ostdeutschen Bundesland sind nun alle Bundesländer in Deutschland vom Coronavirus betroffen.

Quelle: ntv.de, cri/rts/AFP