Regelversorgung wieder aufnehmenKliniken streben langsame Normalisierung an

Um auf Coronavirus-Patienten vorbereitet zu sein, stellen deutsche Kliniken geplante Operationen hinten an. Die Krankenhausgesellschaft will wichtige Eingriffe nun langsam wieder aufnehmen. Schließlich gebe es Tausende freie Klinikbetten.
Die Kliniken haben eine behutsame Normalisierung bei aufgeschobenen wichtigen Eingriffen ins Spiel gebracht. "Die derzeitige Situation in den Krankenhäusern erlaubt eine vorsichtige, schrittweise Wiederaufnahme der Regelversorgung", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. Von Bund und Ländern würden daher Aussagen dazu erwartet, drastisch zurückgestellte Behandlungen wieder aufnehmen zu dürfen.
Trotzdem könnte auch schnell darauf reagiert werden, falls es wieder deutlich steigende Infektionszahlen mit dem Coronavirus geben sollte, so Gaß. Viele Kliniken haben nach Aufrufen der Politik planbare Operationen und Aufnahmen ausgesetzt - dies soll freie Kapazitäten sichern, falls viele schwerkranke Corona-Patienten kommen sollten. Viele Kliniken meldeten inzwischen aber Belegungsrückgänge von 30 Prozent und mehr, erläuterte die DKG. Es gebe somit 150.000 freie Klinikbetten und etwa 10.000 freie Intensivplätze.
Eine problematische Situation gebe es auch bei Notfällen. "Wir haben aus Kliniken besorgniserregende Rückmeldungen, dass die Einweisungen wegen Verdachts auf Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich zurückgegangen sind", sagte Gaß. Das liege nicht daran, dass es weniger Verdachtsfälle gebe - manche Patienten wollten aus Angst vor Corona kein Krankenhaus betreten, um sich behandeln zu lassen.
Es gebe aber keinen Grund, notwendige Behandlungen aufzuschieben. Der Infektionsschutz sei gewährleistet. "Jeder, der ein Problem hat, sollte unbedingt auch ein Krankenhaus aufsuchen", sagte Gaß.