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Mit Ganzkörper-Schutzanzügen untersuchten Spezialkräfte die Wohnung des 29-Jährigen in Köln-Chorweiler.
Mit Ganzkörper-Schutzanzügen untersuchten Spezialkräfte die Wohnung des 29-Jährigen in Köln-Chorweiler.(Foto: imago/Eibner)
Mittwoch, 13. Juni 2018

Haftbefehl gegen Tunesier : Kölner Gift-Fund enthielt Rizin

Jetzt ist es klar: Die Substanz aus einer Kölner Wohnung ist das hochgiftige Rizin. Der Bundesgerichtshof erlässt Haftbefehl gegen den 29-Jährigen Wohnungsinhaber. Ob er es als Waffe einsetzen wollte, wie es Medien berichten, wird noch ermittelt.

Nach dem Fund von hochgiftigem Rizin in einer Kölner Hochhaus-Wohnung hat der Bundesgerichtshof Haftbefehl gegen den 29-jährigen Wohnungsinhaber erlassen. Es handele sich um eine Rizin-haltige Substanz. Es bestehe der dringende Verdacht des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, sagte ein Sprecher des Generalbundesanwaltes.

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Außerdem ermittele die Behörde weiter auch wegen des Anfangsverdachts einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Hier bestehe aber kein dringender Tatverdacht. Die Bundesanwaltschaft kündigte für Donnerstag eine Presseerklärung mit weiteren Details an.

In der Wohnung des 29-jährigen Tunesiers war die Substanz am Dienstagabend sichergestellt worden. Es gebe einen Anfangsverdacht, dass der Mann eine Straftat begehen wollte, hatte ein Behördensprecher gesagt. Spezialkräfte hatten die Wohnung des Mannes, seiner Frau und Kinder in einem Hochhaus gestürmt. Die Ehefrau des Tunesiers, die vorübergehend ebenfalls festgenommen worden war, werde nicht beschuldigt, betonte die Bundesanwaltschaft.

Medien: Wollte Waffe bauen

Das Robert-Koch-Institut stuft das leicht erhältliche Mittel aus dem Samen des Wunderbaums als "potenziellen biologischen Kampfstoff" ein. Handel und Umgang mit der Reinsubstanz seien nach dem Chemiewaffen-Übereinkommen von 1997 beschränkt. Rizin kann bereits in kleinsten Konzentrationen tödlich wirken.

Der 29-jährige hatte angeblich vor, eine hochtoxische Angriffswaffe in seiner Wohnung zu bauen, berichten "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Express". Laut der Zeitungen soll der Tatverdächtige erst im November 2016 nach Deutschland eingereist und polizeilich nicht in Erscheinung getreten sein. Staatsschutz und Ermittlungsbehörden hätten einen Hinweis auf den Mann erhalten, der dann observiert worden sei, bis es am Dienstagabend zu seiner Festnahme kam.

Quelle: n-tv.de