Panorama

EuGH prüft Verurteilung Kommt Maddie-Verdächtiger bald frei?

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Maddie McCann verschwand 2007, bis heute wurde keine Leiche nicht gefunden.

(Foto: dpa)

Im Dezember 2019 verurteilt ein deutsches Gericht den Hauptverdächtigen im Fall Maddie wegen einer in Portugal verübten Vergewaltigung. Jetzt prüft der Europäische Gerichtshof, ob dieses Urteil überhaupt rechtens ist oder der 43-Jährige bald aus dem Gefängnis entlassen werden muss.

Im Fall der verschwundenen Maddie prüft der Europäische Gerichtshof (EuGH), ob der mordverdächtige Christian B. ohne Einwilligung Portugals wegen einer dortigen Vergewaltigung von einem deutschen Gericht verurteilt werden durfte. Wie der EuGH in Luxemburg mitteilte, wird mit einer Entscheidung im Spätsommer gerechnet.

Das Landgericht Braunschweig hatte den 43-jährigen Hauptverdächtigen im Dezember 2019 wegen Vergewaltigung einer 72-jährigen US-Amerikanerin rund eineinhalb Jahre vor dem Verschwinden Maddie McCanns in Portugal zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Verurteilte legte dagegen Revision ein. Der Bundesgerichtshof (BGH) rief den Europäischen Gerichtshof an, damit dieser entscheide, ob der Mann ohne Einwilligung Portugals in dem Vergewaltigungsfall überhaupt angeklagt und verurteilt werden durfte.

Freilassung auf Bewährung beantragt

Derzeit sitzt der mehrfach straffällig gewordene B. wegen eines Drogendelikts in Kiel im Gefängnis und hat nach Verbüßen von zwei Dritteln seiner Haft eine Freilassung auf Bewährung beantragt. In Freiheit könnte der Mann kommen, wenn das noch nicht rechtskräftige Vergewaltigungsurteil aufgehoben wird, etwa weil der EuGH den deutschen Prozess zur Tat in Portugal für nicht rechtens erklärt.

Maddie verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Apartment-Anlage im portugiesischen Praia da Luz. Die Eltern waren zu der Zeit in einem nahe gelegenen Restaurant essen. Die Ermittler waren von einer Entführung ausgegangen. Zeitweise standen auch die Eltern selbst unter Verdacht. Seit kurzem ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Mordverdachts gegen Christian B., auf dessen Spur sie bereits 2013 kam und der sich zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der portugiesischen Küste aufhielt. Eine Anklage gibt es aber noch nicht.

Quelle: ntv.de, nan/dpa