Alle 51 Minuten ein SelbstmordKrankenkassen fordern von Politik bessere Suizidprävention ein

Mehr als 10.000 Menschen nehmen sich 2024 in Deutschland das Leben. Das sind deutlich mehr Tote als bei Verkehrsunfällen. Am Welttag der Suizidprävention fordert der Dachverband der Betriebskrankenkassen mehr Unterstützung von der Politik.
Die Betriebskrankenkassen in Deutschland haben eine bessere nationale Suizidprävention gefordert. "Wir brauchen endlich verbindlichere und wirkungsvollere Strukturen für die Suizidprävention mit einem deutlich höheren Stellenwert in der Gesundheitspolitik und einer angemessenen Finanzierung", forderte der BKK Dachverband. Die Angebote müssten dort ansetzen, wo Menschen niedrigschwellig erreicht werden könnten, also in Betrieben, an Schulen und Hochschulen oder in Pflegeeinrichtungen.
Einen Gesetzentwurf aus dem Gesundheitsministerium kritisierte der BKK Dachverband in einer Stellungnahme als unzureichend: Dieser verstehe Suizidprävention als Aufgabe der akuten Versorgung und Krisenintervention. Maßnahmen zur Förderung von psychischer Gesundheit und Suizidprävention müssten jedoch weit über die Versorgung bereits akut suizidgefährdeter Menschen hinausgehen. Suizidprävention sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und müsse konsequent aus Steuermitteln von Bund, Ländern und Kommunen finanziert werden, so der Dachverband.
Den Angaben zufolge nimmt sich statistisch gesehen alle 51 Minuten ein Mensch in Deutschland das Leben. Im Jahr 2024 begingen demnach 10.372 Menschen Suizid. Suizid zähle somit weiterhin "zu den bedeutendsten vermeidbaren Todesursachen", beklagte der Verband aus Anlass des Welttages der Suizidprävention. Mehr als dreimal so viele Menschen sterben den Zahlen zufolge durch Suizid als bei Verkehrsunfällen. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen ist Suizid sogar die häufigste Todesursache.
BKK fordern Unterstützung für Hinterbliebene
Männer sind besonders betroffen, sie machen mehr als 70 Prozent der Suizidfälle aus. Die höchsten Zahlen sind bei Männern zwischen 55 und 64 sowie bei älteren Menschen zu verzeichnen. Schätzungen gehen zudem von mindestens 100.000 Suizidversuchen pro Jahr aus. Auch kündigt eine Mehrheit der Betroffenen ihre suizidalen Absichten vorab an.
Der BKK Dachverband forderte auch die Stärkung und den Ausbau von Unterstützungsangeboten für Hinterbliebene - Freunde, Kollegen und andere Bezugspersonen. Suizidprävention sei "nicht nur eine gesundheitspolitische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung", erklärte BKK-Vorständin Anne-Kathrin Klemm.