Panorama

Qualvoller FeuertodKranker Ehemann gibt Brandattacke zu

23.08.2017, 15:34 Uhr

Die grausamen Bilder brennen sich den Augenzeugen unauslöschlich ins Gedächtnis: Eine brennende Frau läuft über die Straße, Passanten kommen ihr zu Hilfe, doch zu spät, über 90 Prozent ihrer Haut sind verbrannt. Der Täter glaubt nicht an ihren Tod.

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Vor mehr als einem halben Jahr übergoss ein Mann seine Ehefrau auf offener Straße mit Benzin und zündete sie an. Das Opfer verstarb. (Foto: dpa)

Die Szenen zu Beginn des Prozesses sind skurril: Ein Mann, der seine Ehefrau in Kronshagen bei Kiel grausam mit Feuer ermordet haben soll, hält das Opfer nach eigenen Worten für immer noch lebendig. "Meine Frau ist nicht tot", betonte der 41-jährige Beschuldigte. Es sei eine Lüge, dass seine Frau tot sei, sagte der Mann, der aufgrund einer Wahnerkrankung im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt haben soll. Er sagte zum Auftakt des Prozesses am Kieler Landgericht aus.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus dem afrikanischen Togo vor, seine Frau im Dezember 2016 auf offener Straße mit Benzin übergossen und angezündet zu haben. Er gab das auch zum Prozessauftakt zu. Die Frau hatte die Attacke nicht überlebt. Laut Staatsanwaltschaft wollte der Mann seine Frau bestrafen und ihr eine Lektion für ihr Verhalten erteilen, das er für arrogant gehalten habe. Dabei sei er geplant, heimtückisch und grausam vorgegangen.

Täter schämt sich

Den Tod der 38-Jährigen habe der Mann dabei billigend in Kauf genommen, sagte die Staatsanwältin. Die Mutter zweier gemeinsamer kleiner Kinder starb wenig später an den Folgen der Brandattacke. Passanten hatten noch vergebens versucht, der Togoerin zu helfen. Mit Jacke, Decken und einem Feuerlöscher, doch zu spät, über 90 Prozent ihrer Haut sind verbrannt.

In dem Sicherungsverfahren beantragt die Staatsanwaltschaft die dauerhafte Unterbringung des Beschuldigten in der Psychiatrie. Er ist dort seit seiner Festnahme bereits vorläufig untergebracht.

Der Mann bestätigte vor Gericht, dass er seiner Frau eine Lektion erteilen wollte. Er habe sich von ihr bedroht gefühlt und ein Zeichen setzen wollen. Im Nachhinein schäme er sich für seine Tat. In den Gerichtssaal wurde der kräftig gebaute Mann an Händen und Füßen gefesselt gebracht. Zwei Betreuer der Fachklinik begleiteten ihn.

Quelle: dsi/dpa

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