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Die Britin Sophie Power beweist: Es ist möglich, einen Ultramarathon zu laufen und ein Kind zu stillen.
Die Britin Sophie Power beweist: Es ist möglich, einen Ultramarathon zu laufen und ein Kind zu stillen.(Foto: imago/Westend61)
Dienstag, 11. September 2018

Botschaft für werdende Mütter: Läuferin stillt Baby während Marathon

Wer gerade erst Mutter geworden ist, muss auf Leistungssport verzichten? - Das stimmt nicht, beweist eine Britin. Sie läuft bei einem zweitägigen Marathon mit und füttert nebenbei ihren drei Monate alten Sohn. Damit möchte sie anderen Frauen Mut machen.

Einen Marathon laufen und gleichzeitig ein Kind stillen? Kein Problem für die Britin Sophie Power. Die Sportlerin hat am "Ultra-Trail du Mont-Blanc" (UTMB) teilgenommen. Der Ultramarathon rund um die Mont-Blanc-Gebirgsgruppe ist 172 Kilometer lang und dauert zwei Tage. Während ihrer Teilnahme wollte die Läuferin und zweifache Mutter allerdings nicht darauf verzichten, ihren drei Monate alten Sohn Cormac zu stillen.

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Normalerweise stille sie ihr Kind alle drei Stunden, heißt es in der Zeitschrift "Runners World". Doch Power brauchte 16 Stunden, ehe sie das Zwischenziel Courmayeur erreichte. Erst dort konnte sie ihren Zweitgeborenen wieder in den Armen halten. Während der Etappe reichte ihr Mann ihr an jeder Versorgungsstation eine Milchpumpe. Und jedes Mal gab Power sie ihm gefüllt wieder. Im Gespräch mit dem Magazin sagt Power: Es sei eine Qual für sie gewesen, ihr Baby so lange nicht füttern zu können.

Nach 43 Stunden und 33 Minuten erreichte die Sportlerin schließlich das Ziel. In den vergangenen beiden Nächten hatte sie lediglich insgesamt 20 Minuten geschlafen. Unter normalen Umständen hätte das Ergebnis besser ausfallen können. Aber: "Ich durfte meinen Puls nicht zu weit hochtreiben, weil mein Körper noch nicht darauf eingestellt ist, Fett zu verbrennen. Und bergab musste ich bremsen, um mein Becken zu schützen", so die Sportlerin.

Training während der Schwangerschaft

An der Ziellinie warteten ihre beiden Söhne auf sie. Es ist nicht das erste Mal, dass Power bei einem Wettkampf ihre beiden Kinder dabei hatte. Wie ihr Twitter-Account zeigt, beweist die Britin immer wieder, dass Schwanger- beziehungsweise Mutterschaft sowie Leistungssport zusammenpassen. So schob sie bei Läufen auch schon mal einen Kinderwagen vor sich her. Unter das aktuelle gemeinsame Foto im Ziel des UTMB mit ihren beiden Kindern schrieb Power, dass sie anderen Frauen mit der Aufnahme Mut machen wolle.

Auf den "Ultra-Trail du Mont-Blanc" bereitete sich Power bereits während der Schwangerschaft vor. Zwar unterbrach sie im fünften Monat das Lauftraining, trainierte aber bis zwei Wochen vor der Geburt im Fitnessstudio weiter.

Mit ihren Beiträgen in den sozialen Netzwerken möchte Power eine Botschaft an alle Frauen senden: Während der Schwangerschaft in Bewegung zu bleiben, sei besonders wichtig, so die Sportlerin. Zwar höre man während der Schwangerschaft vielfach den Ratschlag, man solle die Beine hochlegen. "Das ist aber nicht die beste Vorbereitung auf eine Mutterschaft", so Power. Fit zu bleiben, gesund und stark zu sein, sei viel wichtiger. Und es muss mehr darüber gesprochen werden, wie man das als angehende Mutter erreichen könne.  

Quelle: n-tv.de