Panorama

Mehr Tote als die USA Lateinamerika wird zum Corona-Epizentrum

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Brasilien zählt in Lateinamerika die meisten Toten - mehr als 72.000 Menschen starben bisher an den Folgen einer Infektion.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Pandemie verbreitet sich weiter rasend schnell auf der ganzen Welt. Am schlimmsten entwickelt sich die Lage in Lateinamerika: Dort sterben immer mehr Menschen an den Folgen einer Covid-19-Infektion. Vor allem Brasilien treibt die Todeszahlen in die Höhe.

Lateinamerika entwickelt sich zunehmend zum neuen Brennpunkt der Corona-Pandemie: Mit mehr als 144.700 offiziell registrierten Todesfällen überholte die Region die USA und Kanada und liegt nun auf dem zweiten Platz hinter Europa, wo bereits mehr als 197.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind.

In Lateinamerika wohnen rund 500 Millionen Menschen und damit in etwa so viele wie in der EU und Großbritannien. Russland mit eingerechnet kommt Europa auf 741 Millionen Einwohner. Die USA und Kanada kommen gemeinsam auf etwa 365 Millionen Einwohner, wobei der allergrößte Teil mit gut 328 Millionen in den Vereinigten Staaten lebt.

Am schwersten von der Pandemie in Lateinamerika betroffen ist Brasilien mit 72.100 Corona-Toten - das entspricht fast der Hälfte aller Opfer in Lateinamerika. Es folgen Mexiko, das mit 35.006 Toten inzwischen Italien überrundet hat und weltweit auf den vierten Platz hinter Großbritannien rückte, Peru mit 11.870 und Chile mit 6979 Todesfällen. Mehr Tote als Brasilien registrieren nur noch die USA mit mehr als 135.000 Opfern. Angesichts weltweit neuer Ausbrüche führen mehr und mehr Länder wieder strikte Beschränkungen ein.

Florida macht Sorgen

Vor allem der US-Bundesstaat Florida gibt Anlass zur Sorge: Dort meldeten die Behörden eine Rekordzahl von knapp 15.300 Neuinfektionen - die bislang höchste Zahl von Infektionen, die innerhalb eines Tages in einem US-Bundesstaat registriert wurde. Floridas Gouverneur Ron DeSantis hatte Anfang Mai mit der Lockerung der Maßnahmen begonnen, noch vor den meisten anderen Bundesstaaten. Ende Juni ließ DeSantis Bars wieder schließen, im Unterschied zu anderen Gouverneuren des US-Südens ordnete er jedoch keine Maskenpflicht im öffentlichen Raum an.

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Insgesamt infizierten sich weltweit fast 13 Millionen Menschen mit dem Virus, allein seit Anfang Juli waren es 2,5 Millionen Menschen. Mehr als 560.000 starben an den Folgen. Knapp 202.700 von ihnen wurden allein in Europa registriert.

Aus Furcht vor einer zweiten Corona-Welle wurde unterdessen in Südafrika wieder eine landesweite nächtliche Ausgangssperre verhängt. In der philippinischen Hauptstadt Manila gilt für die rund 250.000 Einwohner des Bezirks Navotas ab Mitte der Woche eine zweiwöchige Ausgangssperre. Und Sri Lanka ordnete nach nur einer Woche die erneute Schließung aller Schulen an.

Quelle: ntv.de, vmi/AFP