Panorama

Wegmarke am Mount EverestLegendärer "Green Boots"-Bergsteiger identifiziert

30.06.2026, 09:50 Uhr
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Die neongrünen Bergstiefel gaben dem Mann den Namen "Green Boots". (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Jahrzehntelang ist "Green Boots" eine stumme Mahnung für Bergsteigerinnen und Bergsteiger am Mount Everest. Jetzt steht fest, wer der Mann ist, der dort mit neongrünen Stiefeln im Eis liegt. Bis zum Herbst soll sein Körper geborgen werden - ein riskantes Unterfangen.

Schon vor der Bergung der als "Green Boots" bekannt gewordenen Leiche eines Bergsteigers am Mount Everest ist der Tote identifiziert worden. Das gab die paramilitärische Einheit Indo-Tibetan Border Police bekannt, die derzeit eine Bergungsmission plant.

Den Angaben zufolge handelt es sich bei dem Toten um Dorje Morup. Die Identifizierung gelang mittels DNA-Test. Der damals 47-jährige Inder starb im Mai 1996 in einem schweren Sturm am Mount Everest, als insgesamt acht Menschen ihr Leben verloren. Die Gruppe war dem Gipfel bereits nahe, als das Wetter umschlug. Drei Teilnehmer kehrten um. Morup, Tsewang Samanla und Tsewang Paljor setzten den Aufstieg fort und kamen wenig später ums Leben. Bisher wurde davon ausgegangen, dass Paljor "Green Boots" ist.

Die sterblichen Überreste liegen seit 1996 in der sogenannten Todeszone auf über 8000 Metern Höhe. Der Leichnam von Morup gilt als eines der bekanntesten Mahnmale für die Gefahren am höchsten Berg der Welt und hat sich im Lauf der Jahrzehnte wegen seiner neongrünen Bergstiefel zu einer Wegmarke auf dem Weg zum Gipfel entwickelt.

Aufwendige Bergungsaktion

Die Indo-Tibetan Border Police plant, den Leichnam in den kommenden Monaten vom Berg zu holen. Die Bergung soll demnach zwischen Juni und September über die tibetische Seite des Mount Everest erfolgen. Dafür wird derzeit ein auf Höhenbergungen spezialisiertes Unternehmen gesucht. Für die geplante Bergung sind neben den Arbeiten am Berg auch zahlreiche Genehmigungen erforderlich. Unter anderem müssen die chinesischen Behörden in Tibet dem Transport zustimmen.

Alan Arnette, ein US-amerikanischer Bergsteiger und bekannter Everest-Blogger sagte dem britischen "Guardian" nach Bekanntwerden der Pläne: "Ich bin froh, dass sie ihn herunterholen, aber es wird eine grausame Angelegenheit werden."

"Green Boots" liegt vollständig bekleidet und zusammengekauert wie zum Schlafen in einer kleinen Felsnische auf etwa 8500 Metern Höhe, nur 350 Meter vom Gipfel entfernt. Ein rotes Fleece hat er sich über das Gesicht gezogen. Am Mount Everest liegen etwa 200 Leichen, weil ihre Bergung entweder zu schwierig oder zu teuer ist.

Quelle: ntv.de, sba

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