Panorama

Ein Mord im Stil von "Breaking Bad" Leiche von Studentin liegt tagelang in Säure

breaking bad acid.JPG

Bei "Breaking Bad" läuft das Zersetzen einer Leiche mit Säure nicht ganz nach Plan - bei zwei Mathestudenten auch nicht.

(Foto: Twitter/StephanieRozay)

Sie soll Schulden gehabt haben. Deswegen musste die französische Studentin Eva Bourseau sterben. Zwei Mathematiker erschlagen sie. Als sie die Leiche entsorgen wollen, greifen sie auf eine Strategie zurück, die sie im Fernsehen gesehen haben.

Drei französische Studenten müssen sich für den Mord an einer Kommilitonin verantworten. Die 23-jährige Eva Bourseau musste sterben, weil sie knapp 6000 Euro Drogen-Schulden nicht bezahlen konnte, schreibt die Zeitung "Le Monde".  Zwei der mutmaßlichen Täter seien in der Nacht vom 26. zum 27. Juli zu ihrer Wohnung in Toulouse gefahren, um das Geld einzutreiben. Als Bourseau nicht hätte zahlen können, hätten die beiden sie brutal mit einem Brecheisen und einem Schlagring erschlagen. Zum Tatzeitpunkt sollen sie unter dem Einfluss der Drogen Speed und Atropin gestanden haben.

Um die Leiche verschwinden zu lassen, wählten die beiden dann ein Verfahren, das man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Vorbild war die US-amerikanische Fernsehserie "Breaking Bad". Das jedenfalls hatte laut "Le Monde" einer der mutmaßlichen Täter gegenüber der Polizei gestanden. Kurz nachdem in der Serie der strauchelnde Chemielehrer Walter White und sein ehemaliger Schüler Jesse Pinkman ins Meth-Geschäft eingestiegen sind, müssen sie nämlich ebenfalls eine Leiche entsorgen.

Leichen-Kontrolle mit Duft-Spray

eva bourseau.JPG

Weil Eva Bourseau ihre Drogen-Schulden nicht bezahlen konnte, musste sie sterben.

(Foto: Twitter/Independent_ie)

Die Täter hätten "Säure und einen Plastikkoffer" besorgt, um "den Körper einzutauchen und aufzulösen", zitiert "Le Monde" eine Quelle. Tatsächlich war auch bei "Breaking Bad" hervorgehoben worden, dass das Behältnis aus Plastik sein müsse, da die Säure auch Metall zersetzen könne.

Die Täter gingen anscheinend davon aus, dass es mehrere Tage dauern würde, bis Bourseaus Körper vollständig zersetzt wäre. Deswegen sollen sie über einen Zeitraum von zwei Tagen immer wieder zum Tatort zurückgekehrt sein, um den Zustand der Leiche zu überprüfen, hieß es aus Ermittlerkreisen. Außerdem hätten sie Raum-Duft-Erfrischer ausgewechselt, um den Verwesungsgeruch zu überdecken. Auch hätten die Täter Wertsachen gestohlen.

Der Ausführung ihres Plans kam schließlich Bourseaus Mutter in die Quere. Sie hatte sich Sorgen gemacht, nachdem sie ihre Tochter weder erreichen konnte, noch einen Rückruf erhielt. Deswegen fuhr sie zu deren Wohnung, wo sie die Leiche fand.

Die beiden Männer, die Bourseau getötet haben sollen, werden nun des Mordes sowie des Drogenhandels und Raubs beschuldigt. Ein Dritter soll Beihilfe geleistet haben, er muss sich wegen Drogenhandels und Raubs verantworten. Der jüngste Verdächtige ist erst 19 Jahre alt, die anderen beiden in ihren frühen Zwanzigern.

Durch Party-Szene auf die schiefe Bahn

Bei allen Dreien soll es sich nach Informationen von "Le Monde" um "brillante Mathestudenten" handeln. Sie seien mit der Drogenszene in Kontakt geraten und hätten daraufhin begonnen, Amphetamine an andere Studenten zu verkaufen, so die Anwälte der Beschuldigten. Einer der Anwälte sagte, sein Mandant "sei auf die schiefe Bahn geraten, als er sich in der Party-Szene und im Nachtleben herumgetrieben habe".

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Verbrechen nach dem Vorbild von "Breaking Bad" inszeniert wurde. Im September des vergangenen Jahres hatte Kuntal Patel versucht, ihre Mutter zu vergiften. "Es war so, als würde ich mich dabei beobachten, wie ich eine Art mexikanischer Warlord bin", sagte Patel damals vor Gericht aus. "Ich habe mir das überlegt, als wäre ich ein Charakter aus 'Breaking Bad'".

Bereits 2013 versuchte der US-Amerikaner Jason Hart, die Leiche seiner Freundin in einer Badewanne mit Säure verschwinden zu lassen. Sein Mitbewohner gab später zu Protokoll, "Breaking Bad" sei Harts Lieblingsserie gewesen.

Quelle: n-tv.de, ame

Mehr zum Thema