Entschädigung der Besucher?Lieberberg kritisiert "Rock am Ring"-Abbruch
Bei einem Blitzeinschlag werden bei "Rock am Ring" mehr als 80 Menschen verletzt. Als neue heftige Unwetter aufziehen, wird das Festival mit rund 90.000 Besuchern von den Behörden abgebrochen. Der Veranstalter übt nun deutliche Kritik an dieser Entscheidung.
Der Veranstalter von "Rock am Ring" hat den wetterbedingten Abbruch des Festivals kritisiert. Einen Tag nach dem Entschluss der Verbandsgemeinde Mendig, eine Fortsetzung der Veranstaltung nicht zu genehmigen, sagte Marek Lieberberg der "Rheinischen Post", dass er diese Entscheidung nicht mittrage. "Die Entscheidung ist falsch", so der 70-Jährige.
Lieberberg kritisierte, dass sich Polizei und Behördenvertreter nicht auf die "jahrzehntelange Erfahrung" seines Teams verlassen haben. Stattdessen hätten sie "stoisch auf ihre Sichtweise verwiesen". Rückblickend sei "das Ganze nicht gerade eine Sternstunde der verantwortlichen Behörden."
Lieberberg betonte, dass eine Fortsetzung des Festivals seiner Meinung nach besser gewesen wäre. "Wir hätten die Besucher bei einer konkreten Gefährdung auffordern können, sich in die Autos zu setzen, und das Programm fortgesetzt, wenn die Gefahr vorüber ist", so der Manager. Er verwies darauf, dass schlechtes Wetter bei "Rock am Ring" "die Regel" sei. Dennoch habe man bisher immer für eine Fortführung des Programms sorgen können.
Keine Entschädigungen für Rockfans
Hoffnungen von Festivalbesuchern auf Entschädigungen schließt Lieberberg aus, schließlich habe man "alles Menschenmögliche getan, um einen reibungslosen Ablauf von 'Rock am Ring' zu gewährleisten". Ob und welche Konsequenzen er aus den Geschehnissen der vergangenen Tage für künftige Ausgaben von "Rock am Ring" ziehen wird, ließ Lieberberg offen. Allerdings sei sicher, dass die Festivalreihe im kommenden Jahr fortgesetzt wird.
Am Freitagabend waren bei "Rock am Ring" mehr als 80 Menschen bei einem Blitzeinschlag verletzt worden. Wegen eines für Sonntagnachmittag erwarteten erneuten Unwetters hatte die Verbandsgemeinde Mendig den Veranstaltern die Genehmigung für die Fortsetzung des Festivals mit rund 90.000 Besuchern entzogen. Die Abreise vieler Fans gestaltete sich aber schwierig, weil Fahrzeuge im Schlamm feststeckten.
