Festnahme in SiegburgMann zündet Pyrotechnik in ICE und droht mit Anschlag

Kurz vor Ostern kommt es auf der stark frequentierten ICE-Strecke Köln-Frankfurt zu einem Zwischenfall. Ein Mann wirft mitten im Zug Böller, wodurch mehrere Reisende leicht verletzt werden. Bei der Festnahme findet die Polizei auch ein Messer.
Ein Mann hat laut Bundespolizei in einem ICE in Nordrhein-Westfalen mit einem Anschlag gedroht und zwölf Fahrgäste mit Knallkörpern leicht verletzt. Es seien sogenannte Softair-Böller explodiert, der Mann sei in Siegburg festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Der ICE war inmitten des Reiseverkehrs kurz vor Ostern auf dem Weg von Köln nach Frankfurt am Main.
Der 20-Jährige warf in dem Zug laut Zeugenaussagen pyrotechnische Gegenstände, die mit Kunststoffkugeln gefüllt waren, wie ein Sprecher der Polizei Siegburg sagte. Die betroffenen Fahrgäste erlitten demnach unter anderem Knalltraumas sowie "leichte, oberflächliche Hautverletzungen".
Der Mann sei nun im Gewahrsam der Siegburger Polizei, sagte der Sprecher weiter. Es seien unter anderem viele Urlaubsreisende an Bord gewesen. Sie mussten den Zug mitsamt Koffern verlassen und wurden von der Feuerwehr versorgt. Der Zug wurde evakuiert. Der ICE wurde vorsichtshalber komplett untersucht, erklärte die Polizei.
Laut Polizei hatte sich der Tatverdächtige in einer Zugtoilette eingeschlossen. Der Mann sei im Bahnhof von Siegburg gefesselt und festgenommen worden. Er habe ein Messer im Rucksack gehabt. Der Hintergrund des Zwischenfalls ist noch unklar. Die Deutsche Bahn bestätigte den Polizeieinsatz, nannte aber keine Details.
Die Zugstrecke zwischen Hennef (Sieg) und Troisdorf wurde wegen des Polizeieinsatzes zeitweise gesperrt. Betroffen waren die Regionalexpress-Linie RE9 sowie die Linien S12 und S19 der S-Bahn Köln. Daher kam es vereinzelt zu Verspätungen und Zugausfällen.