Panorama

Gewalttat unter Flüchtlingen Mann stach Opfer blind

Es ist eine Tat, die für Entsetzen sorgt. Ein Flüchtling verstümmelt einem anderen das Gesicht. Angeblich geht es um eine Geldschuld. Im Prozess schweigt der Mann.

Die Göttin Justitia ist das Symbol für Gerechtigkeit und Justiz. Richter sollen nach ihrem Vorbild über einen Sachverhalt entscheiden. Um ein gerechtes Urteil zu finden, sind sie mitunter in Zivil- oder Strafprozessen auf wahrheitsgemäße Schilderungen von Zeugen angewiesen. Foto: Arne Dedert

Der Angeklagte muss sich wegen versuchten Mordes verantworten.

(Foto: dpa-tmn)

Im Prozess um eine brutale Gesichtsverstümmelung hat der Angeklagte zum Auftakt vor dem Landgericht Hanau geschwiegen. Der heute 20-Jährige wolle keine Angaben zu den Vorwürfen machen, sagte sein Anwalt. Der wegen versuchten Mordes angeklagte Mann soll bei einem Streit im Oktober 2016 seinem damals 18-jährigen Opfer mit zwei Messern in den Hals gestochen haben. Dann biss er ihm laut Anklage beide Ohrmuscheln ab, schnitt ihm beide Augenlider ab und stach mit einem Kugelschreiber in beide Augäpfel. Der Geschädigte ist seitdem blind und für sein Leben gezeichnet.

Beide Männer sind Flüchtlinge und kannten sich aus einer Flüchtlingseinrichtung in Bad Soden-Salmünster. Zuletzt wohnten sie in Wohnungen in Schlüchtern und waren miteinander befreundet. In der Wohnung des Opfers ereignete sich die Tat im Oktober 2016.

Der mutmaßliche Täter, ein Asylbewerber aus Eritrea, wurde dort festgenommen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es um eine Geldschuld von 50 Euro ging. Die Vorsitzende Richterin Susanne Wetzel vermutet indes, dass es um mehr als Geld gegangen sein muss. "Das ist eine ausgesprochen brutale und bizarre Tat", sagte sie.

Der "Bild-Zeitung zufolge kommt auch der Kriminalpsychologe Rudolf Egg zu dem Schluss, dass die Tat keinesfalls eine normale Schlägerei gewesen sei. Demnach habe möglicherweise Eifersucht eine Rolle gespielt.  Denn der Täter wollte sein Opfer nicht nur verletzten, sondern entstellen. Er wollte, dass es danach hässlich und geschändet aussieht.".

Das Opfer, das aus Somalia nach Deutschland kam, erschien zum Prozess-Auftakt nicht. Der Mann ist aus einer Sehbehinderten-Einrichtung nahe Würzburg verschwunden.

Quelle: ntv.de, sba/dpa