Panorama

Schulen und Unis geschlossen Mehr als 100 Corona-Tote in Italien

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107 Menschen sind bislang in Italien an dem Virus gestorben.

(Foto: dpa)

Im Kampf gegen das Coronavirus stellt Italien landesweit den Schulbetrieb ein. Inzwischen sind mehr als 3000 Fälle registriert. Auch die Zahl der Toten steigt. In Deutschland verschärft der Krisenstab seine Anweisungen.

In Italien spitzt sich die Lage angesichts des Corona-Epidemie weiter zu. Inzwischen sind mehr als 100 Menschen an der Virus-Erkrankung oder deren Folgen gestorben. Insgesamt hätten sich bis Mittwoch 3089 Menschen infiziert, 107 seien gestorben, gab der Zivilschutz in Rom bekannt. Am Vortag waren es noch rund 2500 Infizierte und 79 Tote. Mit drastischen Maßnahmen versucht die Regierung, die Krise in den Griff zu bekommen. Auch in Deutschland steigen die Zahlen - allerdings deutlicher langsamer.

Mittlerweile gibt es in fast allen Regionen Fälle, die meisten allerdings nach wie vor in der Lombardei, der Emilia-Romagna und in Venetien. 295 Menschen liegen auf der Intensivstation. Ende Februar waren erste Ausbruchsherde in der Lombardei und in Venetien entdeckt worden.

Wegen der andauernden Verbreitung stellt Italien nun den Schulbetrieb ein. Im ganzen Land sollen die Schulen und Universitäten bis 15. März geschlossen bleiben, bestätigte Schulministerin Lucia Azzolina. Sportminister Vincenzo Spadafora kündigte an, dass wahrscheinlich alle Fußballspiele der ersten Liga ohne Zuschauer stattfinden sollen. "Wir bewegen uns in Richtung dieser Entscheidung", sagte er. Bislang wurden zehn Spiele der Serie A und die beiden Pokalhalbfinalspiele in dieser Woche verschoben.

Krisenstab lockert Vorschrift und verhängt Exportstopp

Für Deutschland meldet das Robert-Koch-Institut derweil 262 Coronavirus-Fälle. Die meisten Erkrankungen wurden demnach in Nordrhein-Westfalen registriert. Im Kampf gegen das Virus hat der Krisenstab der Bundesregierung seine Anordnungen nochmals verschärft. So soll es eine zentrale Beschaffung medizinischer Schutzausrüstung für Arztpraxen, Krankenhäuser und Bundesbehörden geben. Zudem dürfen etwa Schutzausrüstungen nicht mehr ins Ausland verkauft werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach von einem starken Eingriff in den Markt. "Aber der Schutz der Bevölkerung geht vor, auch vor wirtschaftlichen Interessen." Die Ausfuhrsperre für Medizingüter, die der Krisenstab aus Gesundheits- und Innenministerium verhängt hatte, werde so lange gelten, "wie der Bedarf bei uns nicht gedeckt ist", sagte der CDU-Politiker weiter.

*Datenschutz

Ein "deutlich kleinerer Eingriff in den Markt" seien indes Ausnahmeregelungen zur Produktion und zum Verkauf von Desinfektionsmitteln. Apotheker könnten nun Mittel zur Händedesinfektion für den privaten Gebrauch auch aus Industriealkohol herstellen. Denn das Coronavirus sei alkoholsensibel, sagte Spahn. "Damit können dann auch in den Apotheken vor Ort Desinfektionsmittel leichter hergestellt werden."

Unterdessen lehnt Spahn flächendeckende Schulschließungen ab. Über solche Maßnahmen solle jeweils vor Ort entschieden werden, sagte er nach Beratungen mit seinen Amtskollegen aus den Bundesländern.

Zugleich aber rechnet Spahn mit weiteren Infektionen mit dem neuen Coronavirus. "Der Höhepunkt der Ausbreitung ist noch nicht erreicht", sagte er in seiner Regierungserklärung. Die Behörden zielten weiterhin darauf, die Entwicklung zu verlangsamen und einzudämmen.

Israel verschärft Einreisebedingungen

In Israel will die Fluggesellschaft El Al im Zuge strenger Sparmaßnahmen 1000 Mitarbeiter vor die Tür setzen. Außerdem solle das Gehalt von Führungsmitgliedern um ein Fünftel gekürzt werden. "Das Coronavirus hat einen deutlichen Rückgang der Aktivitäten von El Al und der Nachfrage nach Flügen bewirkt", teilte die Airline weiter mit. Israels Gesundheitsministerium hatte Israelis vergangene Woche geraten, nicht mehr ins Ausland zu reisen.

Aus Sorge vor der Ausbreitung des neuen Coronavirus hat Israel nun außerdem neue Einreisebestimmungen für Reisende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Spanien verhängt. Diese galten vorher nur für Italien. Israelische Rückkehrer aus diesen Ländern müssten sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Touristen aus den genannten europäischen Ländern dürften nicht einreisen, außer wenn sie glaubhaft beweisen könnten, dass sie eine häusliche Quarantäne einhalten können.

Touristen, die sich in den vergangenen 14 Tagen im Iran, Irak, Syrien oder Libanon aufgehalten haben, soll die Einreise verweigert werden. Ein Einreiseverbot galt bereits für ausländische Reisende aus China, Hongkong, Macau, Thailand, Singapur, Südkorea und Japan. Angesichts dieser Einschränkungen musste El Al bereits zahlreiche Flüge streichen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts