Panorama

Explosion nahe einer Schule Mehr als 50 Tote bei Anschlag in Kabul

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Unter den Verletzten sind auch mehrere Schülerinnen und Schüler.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Vor einer Woche beginnen internationale Truppen ihren Abzug aus Afghanistan, darunter auch die Bundeswehr. Die Gewalt in dem Krisenland dauert an, Islamisten bekämpfen die Regierung. Nun sterben bei einer Explosion in Kabul zahlreiche Menschen.

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einem Anschlag mit einer Autobombe und mit Granatwerfern auf eine Schule mindestens 55 Menschen getötet und über 150 verletzt worden. Ein Regierungsmitarbeiter sagte Reuters am Samstag, bei den meistens Opfern handele es sich um Schüler, viele davon schwer verwundet.

Ein Augenzeuge sagte, ein Auto sei vor dem Eingang der Schule explodiert. Der Bereich sei abgesperrt worden, berichtete das Innenministerium, ohne Details zu nennen. In einem anderen Bericht war von Raketeneinschlägen in einer von Schiiten bewohnten Gegend im Westen der Stadt die Rede.

Bis auf sieben oder acht handele es sich bei den Opfern um Schülerinnen, die nach Unterrichtsschluss nach Hause gehen wollten. Präsident Aschraf Ghani machte die radikalislamischen Taliban für den Anschlag verantwortlich. Der Sprecher der Gruppierung, Sabihulla Mudschahid, wies dies zurück und verurteilte den Angriff auf die Schule. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Anschlag. "Dieser unverzeihliche Angriff auf Kinder mit bei vielen Ermordeten, ist ein Angriff auf die Zukunft Afghanistans, der nicht hingenommen werden kann", twitterte der diplomatische Vertreter der USA in Afghanistan, Ross Wilson.

Gewalt hält vor Nato-Abzug weiter an

Trotz des begonnenen Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan dauert die Gewalt in dem Krisenland an, wo aufständische Islamisten die von der Nato gestützte Regierung bekämpfen. Beobachter befürchten eine weitere Verschlechterung der Sicherheitslage.

Rund 10.000 Nato-Soldaten der Ausbildungsmission "Resolute Support", darunter rund 2500 Soldaten aus den USA und rund 1100 aus Deutschland, werden bis spätestens 11. September das Land verlassen. Das Datum markiert den 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA von 2001, die der Anlass für den Einsatz waren. Schon seit Wochen wird Material aus dem Land gebracht. Die Friedensgespräche zwischen den militant-islamistischen Taliban und der Regierung in Kabul treten derweil auf der Stelle.

Erst vor wenigen Tagen war in dem Land ein weiterer Bezirk an die Taliban gefallen. Dem Provinzrat Bismillah Atasch zufolge eroberten die Islamisten nach Gefechten mit den Sicherheitskräften den Bezirk Burka in der Provinz Baghlan im Norden. In anderen Landesteilen schlugen die Sicherheitskräfte der Regierung in den vergangenen Tagen mehrere Offensiven der Taliban zurück. In den Provinzhauptstädten Gasni und Kalat seien die Kämpfe nach Entsendung von zusätzlichen Regierungskräften abgeflaut. Auch in der Provinz Helmand im Süden des Landes machten die Sicherheitskräfte Fortschritte, hatte es am Mittwoch von Provinzräten geheißen. Kabul hatte Spezialkräfte in die Region geschickt und Luftschläge in mehreren Bezirken durchgeführt.

Quelle: ntv.de, hny/dpa/rts

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