Panorama

Bayern und Österreich betroffen Mehrere Orte wegen Schnee nicht mehr erreichbar

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Im österreichischen Niedertauern räumt ein Bagger Schneemassen von der Straße.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Winter hat den Süden weiterhin im Griff: In Bayern ist die Lawinengefahr nach wie vor hoch. Straßen sind gesperrt und Unterricht wird abgesagt. Noch bedrohlicher ist die Lage in Österreich. Obwohl Entspannung in Sicht ist, sollten Auto- und Skifahrer weiterhin vorsichtig sein.

Die Menschen in Bayern und in Österreich ringen weiter mit den Härten des Winters. In Südbayern ist die Siedlung Buchenhöhe in Berchtesgaden und die Gemeinde Jachenau wegen Schnees weitgehend abgeschnitten, aber mit Lebensmitteln ausreichend versorgt. Die Bahn wollte über Nacht unter anderem mit Baggern und Radladern Schneemassen aus den Bahnhöfen Miesbach, Schaftlach in Waakirchen und Schliersee abtransportieren, um den Zugverkehr wieder aufnehmen zu können.

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Mehrere regionale Bahnstrecken in Bayern sind seit Mittwochmittag wegen des anhaltenden Schneefalls gesperrt, unter anderem die Verbindung zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden, außerdem Verbindungen nach Tegernsee, Lenggries und Bayrischzell. In Thüringen ist seit der Nacht zu Donnerstag die Bahnstrecke zwischen Jena-Göschwitz und Gera voll gesperrt. Auch auf der Strecke von Gera nach Hof fahren keine Züge. Dort liegen umgestürzte Bäume im Gleis, berichtet die "Thüringer Allgemeine".

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Autofahrer müssen sich den Witterungsbedingungen anpassen und vielerorts deutlich langsamer unterwegs sein. Es gab bereits zahlreiche Glätteunfälle in Thüringen, Bayern und auch Nordrhein-Westfalen. Auf der A20 bei Jarmen in Mecklenburg-Vorpommern sind am Donnerstagmorgen wegen Glätte mindestens acht Autos ineinander gefahren, schreiben mehrere Zeitungen. Dabei habe es mehrere Verletzte gegeben, die Autobahn wurde in Richtung Rostock gesperrt.

Kilometerlanger Stau auf A8

Seit Mittwochabend hatte sich auf der A8 in Richtung Stuttgart ein kilometerlanger Stau gebildet. Mehrere Lkw waren auf der schneebedeckten Fahrbahn liegengeblieben und konnten nicht mehr weiterfahren, teilte die Polizei Ulm mit. Dadurch staute sich der Verkehr bis auf eine Länge von ungefähr 35 Kilometer. Räumfahrzeuge transportierten den Schnee ab. Rettungskräfte versorgten die Menschen in den Fahrzeugen mit Decken und warmen Getränken. Erst am frühen Morgen löste sich der Stau auf. Eine 54-Jährige, die allein in ihrem Fahrzeug saß, starb bei Dornstadt, ein Fremdverschulden schließt die Polizei aus.

Auf der A9 bildete sich südlich des Hermsdorfer Kreuzes ein etwa 50 Kilometer langer Stau, berichtet die "Ostthüringer Zeitung". Auf der glatten Fahrbahn seien am Mittwochabend in beiden Richtungen etliche Lkws liegen geblieben. Rettungskräfte hätten sie von der Straße gezogen. Die Rettungsleitstelle Saalfeld habe die Autofahrer mit Getränken und Decken versorgt. Der Einsatz von Polizei, Feuerwehr und Räumdiensten habe etwa elf Stunden bis Donnerstagfrüh gedauert.

Auch immer mehr Orte in Österreich sind nicht erreichbar - darunter der Ort Galtür in Tirol. Im österreichischen Bundesland Salzburg gilt im Grenzbereich zum Berchtesgadener Land die höchste Warnstufe, außerdem in der Steiermark, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

Seit Tagen schneit es vor allem im Alpenraum immer wieder. In der Nacht kamen dort zehn bis 20 Zentimeter, vom Karwendelgebirge bis in die Berchtesgadener Alpen stellenweise bis zu 30 Zentimeter Schnee herunter, so Alexander. Im Tagesverlauf werden es nochmals 10 bis 15, örtlich bis zu 20 Zentimeter. Dort gilt auch für Donnerstag die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Der Schneefall soll aber nachlassen, die Lawinensituation dürfte sich dann in den nächsten Tagen etwas entspannen. Skitouren und Abfahrten abseits gesicherter Skipisten sollte aber dennoch nur unternehmen, wer die Lawinenlage auch wirklich beurteilen kann.

Schüler haben schulfrei, Lehrer nicht

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Für viele Kinder vor allem in Oberbayern bedeutet die weiße Pracht schulfrei. Immer mehr Landkreise lassen aus Sicherheitsgründen den Unterricht ausfallen - manchmal flächendeckend, manchmal nur in einzelnen Schulen. Die Lehrer müssen sich dennoch im Schulgebäude aufhalten, wie ein Sprecher des Kultusministeriums sagte. Für sie gelte in der Regel eine Dienstpflicht. Außerdem seien sie für die Betreuung von Schülern zuständig, die trotz schwieriger Bedingungen in die Schulen kommen.

Im Oberallgäu betonten die Behörden, dass der Schulbetrieb dort regulär stattfinde. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist bis mindestens Mitte nächster Woche vor allem im Alpenraum mit Schnee zu rechnen. Eine aktuelle Unwetterwarnung wegen heftiger Schneefälle gilt bis Freitag.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa

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