Panorama

Prozess um Kinderpornografie Metzelder legt Teilgeständnis ab

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"Ich akzeptiere die Strafe und bitte die Opfer sexueller Gewalt um Vergebung", sagte Metzelder.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Er war gefeierter Nationalspieler und für sein soziales Engagement hoch angesehen: Fußballstar Metzelder. Seit heute muss er sich vor Gericht wegen Kinderpornografie verantworten. Dort legt er am ersten Prozesstag ein Teilgeständnis ab.

Fußball-Vizeweltmeister Christoph Metzelder hat vor dem Amtsgericht Düsseldorf ein Teilgeständnis abgelegt. Der 40-Jährige räumte die Weiterleitung von 18 kinder- und jugendpornografischen Dateien ein. Den Besitz von nahezu 300 Dateien wie angeklagt, gestand er nicht.

"Ich akzeptiere die Strafe und bitte die Opfer sexueller Gewalt um Vergebung. Ich werde den Rest meines Lebens mit dieser Schuld als Teil der Gesellschaft leben müssen", sagte Metzelder. Das Amtsgericht hatte für den Fall eines Geständnisses eine Haftstrafe zwischen zehn und zwölf Monaten auf Bewährung in Aussicht gestellt. Es hatte betont, dass der frühere Fußball-Nationalspieler bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens als unschuldig gilt.

Zuvor hatte Metzelder angekündigt, alle öffentlichen Auszeichnungen wie den Landesverdienstorden NRW und das Bundesverdienstkreuz zurückzugeben. Dies werde er aus Respekt vor den jetzigen und künftigen Preisträgern tun, sagte Metzelder. Eine Woche vor Prozessbeginn räumte Metzelders Anwalt in einem Interview ein Fehlverhalten seines Mandanten ein, warb zugleich aber um Verständnis für den 40-Jährigen.

Der ehemalige Nationalspieler sei "über sich selbst erschrocken, dass es so etwas wie ein Doppelleben gibt". Er sei derzeit in Therapie. Dies sei eine "Hilfe, sich bewusst zu machen, wie man selbst in seiner besonderen Situation mit bestimmten Fragen wie Sexualität oder Umgang mit Frauen umgegangen ist", sagte der Kölner Rechtsanwalt.

Der Prozessauftakt war Metzelders erster öffentlicher Auftritt seit Bekanntwerden der Vorwürfe im September 2019. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis fünf Jahren. Für das Verfahren vor dem Düsseldorfer Amtsgericht sind bis Anfang Mai zwei weitere Termine anberaumt.

Quelle: ntv.de, ses/dpa/AFP

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