Panorama

Hilfe für Frankreich und Italien Militär fliegt Patienten nach Deutschland

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Der A310 MedEvac der Bundeswehr kann bis zu 44 Patienten transportieren, mehrere davon mit intensivmedizinischer Betreuung.

(Foto: imago/Rainer Weisflog)

Die Lage in den Krankenhäusern in Norditalien und Frankreich ist dramatisch. Zur Entlastung werden zahlreiche Patienten jetzt nach Deutschland gebracht. Neben Krankenwagen und Hubschraubern ist auch die "fliegende Intensivstation" der Bundeswehr im Einsatz.

Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser in der Corona-Krise bringt die Luftwaffe Patienten zur Behandlung nach Deutschland. Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr, flog am Samstag von Köln nach Bergamo, um Patienten zur Intensivbehandlung nach Nordrhein-Westfalen zu bringen. Die Maschine kehrte am Mittag mit sechs schwer erkrankten Italienern an Bord nach Köln zurück, sagte ein Sprecher der Luftwaffe.

"In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen", sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zu dem Einsatz. "Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten."

Die sechs Patienten wurden zur Behandlung in zivile Krankenhäuser gebracht werden. Nach dpa-Informationen sollen jeweils zwei Erkrankte im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn weiterbehandelt werden.

Vier Flugzeuge für medizinischen Transport

Die Luftwaffe bezeichnet den MedEvac-Airbus als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen". An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden.

Die Luftwaffe verfügt zudem über einen Airbus A400M, der für medizinische Evakuierungen in Bereitschaft steht. Weiterhin sollen ein weiterer A400M und eine C-160 Transall zu fliegenden Intensivstationen aufgerüstet werden. Darüber hinaus könne auch ein speziell ausgestatteter Hubschrauber des Typs CH-53 zum Einsatz kommen.

Bislang 73 Patienten vermittelt

Die Bundeswehr war vom italienischen Zivilschutz um Amtshilfe gebeten worden, weil ihre eigenen Kapazitäten zur Verlegung der Patienten ins Ausland nicht ausreichten. Die italienische MedEvac-Maschine habe nur zwei Plätze für Patienten, die auf Beatmung angewiesen sind, sagte ein Parlamentarier, der an der Organisation der Hilfsaktion beteiligt war. In den vergangenen Tagen waren sechs Patienten mit drei Flügen von der italienischen Luftwaffe nach Sachsen gebracht worden. Nach Angaben des Bundestagsabgeordneten Marian Wendt haben unter anderem auch Hamburg, Bayern, Berlin und Brandenburg Intensivplätze angeboten.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, bislang seien - auch mit Unterstützung der deutschen Botschaft in Rom - 73 Krankenhausplätze für italienische Patienten in acht Bundesländern vermittelt worden. Zudem würden bereits 30 französische Patienten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen behandelt, mindestens 50 Behandlungsplätze seien Frankreich angeboten worden. Auch Berlin nimmt sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf. Sie sollen an diesem Samstag in die Charité kommen, teilte eine Senatssprecherin mit.

Die angesichts der hohen Infektionszahlen stark überlasteten Kliniken in Norditalien wählten für die Behandlung in Deutschland ausschließlich Patienten aus, die auf Beatmung angewiesen aber transportfähig seien, sagte Wendt. Einfacher sei die Übernahme von Patienten aus Frankreich, wo für den Transport Hubschrauber und Krankenwagen eingesetzt werden könnten.

Quelle: ntv.de, mbo/chr/dpa/AFP