Panorama

Scheidungskrieg auf Russisch Milliardärssohn verzockt ein Vermögen

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Temur Achmedow sagte aus, fast 50 Millionen Euro an der Börse verzockt zu haben.

(Foto: REUTERS)

In London steht der Sohn eines russischen Milliardärs vor Gericht, der knapp 50 Millionen Euro bei Aktien-Zockereien verloren haben soll. Seine Mutter glaubt ihm das nicht und wirft ihm vor, gemeinsam mit ihrem Vater Geld beiseitezuschaffen, das ihr zustehe.

Vor einem Londoner Gericht hat der Sohn eines russischen Milliardärs ausgesagt, er habe 50 Millionen Dollar (48,7 Millionen Euro) beim Aktienhandel verloren. Wie "Bloomberg" berichtet, gab Temur Achmedow an, nach ersten Gewinnen Verluste eingefahren zu haben. Als er versucht habe, diese wieder auszugleichen, habe er riskantere Deals gewagt und schließlich alles verloren. Achmedow ist der Sohn des russischen Milliardärs Farchad Achmedow, der mit Gasförderung in Sibirien steinreich wurde. Die Aussage des Sohnes vor Gericht ist Teil des spektakulären Scheidungskriegs, den dieser sich mit seiner Ex-Frau Tatjana liefert.

Wie die Schweizer Zeitung "Tagesanzeiger" 2018 berichtete, wurden die beiden bereits im Jahr 2000 nach sieben Jahren Ehe geschieden, wenige Jahre nach ihrem Umzug in die britische Hauptstadt. Seitdem gibt es Streit ums Geld. Vor einem Londoner Gericht bekam die Frau demnach zwar umgerechnet 500 Millionen zugesprochen, doch Achmedow zahlte nicht. Deswegen habe sie etwa schon versucht, seine Superjacht beschlagnahmen zu lassen, die er einst dem Oligarchen Roman Abramowitsch abgekauft hatte. Mittlerweile wirft Tatjana ihrem Mann und ihrem Sohn vor, gemeinschaftlich Mittel beiseitezuschaffen, wie "Bloomberg" berichtet. Ein Mittel sollen dabei die Aktiendeals gewesen sein.

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Tatjana Achmedow kämpft um ihr Geld.

(Foto: AP)

Der gemeinsame Sohn Temur sagte demnach nun vor Gericht aus, es sei "unglaublich verstörend und in vielerlei Hinsicht beängstigend", dass seine Mutter ihn in den Rechtsstreit hineingezogen habe. Seine Beziehung zu ihr sei "vollständig zerstört". Hätte er Gewinne gemacht, wären diese in Großbritannien geblieben. So wäre ein Zugriff örtlicher Behörden auf das Geld möglich gewesen - um es der Mutter zu übergeben. Seine Mutter habe über seine Aktien-Verluste Bescheid gewusst.

Der 27-Jährige zeigte sich laut "Bloomberg" reumütig angesichts seines Börsen-Unglücks. Er habe seinen Vater enttäuscht, sagte er demnach. Diese habe nie den Sinn für den Wert des Geldes verloren. Sein Vater sei sehr wütend gewesen, als er von den schmerzlichen Einbußen an der Börse erfahren habe, sagte Temur. "Ich nahm an, er dachte, er hätte selbst niemals solche Fehler wie ich gemacht." Für ihn sei es ein schockierend hoher Verlust gewesen, vor allem in der kurzen Zeit.

Laut "Tagesanzeiger" war dieser mit 15 Jahren mittellos aus Aserbaidschan nach Moskau gekommen und war zunächst Tierarzt geworden. Dann habe er mit Zobelfellen gehandelt, später mit Zubehör für die Ölindustrie. Dem Bericht zufolge steht Achemdow auch dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe und wurde mehrfach in den russischen Föderationsrat gewählt. Beim Verkauf seiner Beteiligung an einer russischen Gasfirma soll er laut "Bloomberg" im Jahr 2012 knapp 1,2 Milliarden Euro eingenommen haben.

Quelle: ntv.de, vpe