Panorama

Vier Landkreise und eine Stadt Mittlerweile fünf Obergrenzen-Sprenger

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In Sonneberg gab mehr als 65 Neuinfektionen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Greiz, Coesfeld, Steinburg und jetzt auch noch Sonneberg und Rosenheim. Nur wenige Tage nachdem ein Grenzwert für Neuinfektionen eingeführt wurde, übersteigen fünf Landkreise in Deutschland bereits das Limit. Neue Beschränkungen könnten die Folge sein.

Bislang lagen drei Landkreise im roten Corona-Bereich - sie übersteigen die vorgegebene Obergrenze für Neuinfektionen. Nicht mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche dürfen laut Vorgabe von Bund und Ländern überschritten werden. Jetzt sind mit dem Landkreis Sonneberg und der Stadt Rosenheim zwei weitere Virus-Herde dazugekommen.

Im Landkreis Sonneberg in Südthüringen lag der Wert mit Stand von Sonntagvormittag (10 Uhr) bei 66,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, wie der Sprecher des Landratsamts, Michael Volk, mitteilte. Insgesamt seien bis zu diesem Zeitpunkt 155 Infektionen im Landkreis nachgewiesen worden. Wird die Marke von 50 Neuinfektionen überschritten, sehen Bund und Länder neue Beschränkungen in der betreffenden Region vor.

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Volk sagte über die Situation im Landkreis Sonneberg: "Wir werden die Lage sehr kritisch weiter beobachten und prüfen und im Rahmen der neuen Verordnung gegebenenfalls auch härtere Maßnahmen ergreifen." Ein Infektionsschwerpunkt sei ein Krankenhaus in Sonneberg. Auch Mitarbeiter hatten sich infiziert. In Abstimmung mit dem Klinikum sei dort deshalb am Freitagabend ein vorübergehender Aufnahmestopp beschlossen worden. Die Notaufnahme sei davon aber nicht betroffen. Die Behandlung von kritischen und lebensbedrohlichen Fällen sei sichergestellt. Aber auch außerhalb des Krankenhauses gebe es Neuinfektionen im Landkreis, betonte Volk. In Thüringen soll kommende Woche eine neue Corona-Verordnung in Kraft treten, die auch Lockerungen von Auflagen vorsieht.

Rosenheim übersteigt Marke zum zweiten Mal

In der bayerischen Stadt Rosenheim ist die Infektionen-Obergrenze bereits zum zweiten Mal binnen einer Woche überschritten worden. Der Wert habe am heutigen Sonntag bei 50,5 gelegen, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen mit. Die Stadt Rosenheim hatte bereits am 7. Mai den Grenzwert gerissen, den Bund und Länder am vergangenen Mittwoch festgelegt hatten. Die aktuell erneut gestiegenen Fallzahlen seien durch eine Reihentestung in einer Asylbewerberunterkunft zu erklären, teilte das Landesamt mit.

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Damit sind jetzt fünf Orte in Deutschland bekannt, in denen die vereinbarte Obergrenze überschritten wird: neben der Stadt Rosenheim die Landkreise Greiz und Sonneburg in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein.

Im Landkreis Rosenheim und dem Landkreis Traunstein sind die Kennziffern mit 29,5 und 37,8 Neuinfektionen ebenfalls vergleichsweise hoch. Im Fall Traunstein liege das an erhöhten Fallzahlen in Pflegeheimen, erklärte das Landesamt. In diesem Landkreis sei eine lokale Allgemeinverfügung mit Besuchsverbot für Krankenhäuser, Altenheime und Asylunterkünften bis zum 15. Mai erlassen worden. Das Landesamt wolle künftig eine Frühwarngrenze bei 35 Fällen pro 100.000 Einwohnern einziehen, um die betroffenen Kommunen warnen zu können und dort rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten.

Mit 74,4 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner war der Landkreis Greiz bundesweit die erste Region, in der der offiziell kritische Wert überschritten wurde. Die Quote für Greiz lag am Sonntag (Stand 10 Uhr) nach Angaben der Thüringer Staatskanzlei bei 75,4. Im schleswig-holsteinischen Kreis Steinburg gibt es aktuell 62,4 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. In Coesfeld in Nordrhein-Westfalen liegt der Wert bei 85,0.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa