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Ema zieht Entscheidung vor Moderna-Impfstoff könnte am 6. Januar zugelassen werden

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Der Moderna-Impfstoff könnte bereits Anfang Januar zugelassen werden.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Media)

Noch ist der Biontech-Impfstoff in der EU nicht zugelassen, da gibt die europäische Arzneimittel-Agentur bereits den nächsten wichtigen Termin bekannt: Voraussichtlich Mitte der ersten Januarwoche soll der Einsatz des Moderna-Vakzins in Europa erlaubt werden.

Die Europäische Arzneimittelagentur Ema will bereits am 6. Januar über die Zulassung eines weiteren Corona-Impfstoffes entscheiden. Es geht um das Präparat des US-Herstellers Moderna, wie die Behörde in Amsterdam mitteilte. Die entsprechenden Beratungen seien um knapp eine Woche vorgezogen worden. Der Impfstoff von Moderna könnte damit aller Voraussicht nach der zweite sein, der in der EU auf den Markt kommt. Moderna hatte in den zulassungsrelevanten Studien mit seinen Impfstoffen eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent nach zwei Impfdosen erzielt.

Bereits am kommenden Montag will die Ema über die Zulassung des Impfstoffes der Hersteller Pfizer und Biontech entscheiden. Sobald dann die EU-Kommission grünes Licht gibt, könnte noch im Dezember in der EU geimpft werden. Die Zustimmung der Kommission gilt als Formsache. Deutschland bereitet sich darauf vor, am 27. Dezember mit den Impfungen zu beginnen.

Moderna-Vakzin kann 30 Tage in den Kühlschrank

Ursprünglich hatte die Ema am 12. Januar über den Moderna-Impfstoff entscheiden wollen. Das Pharmaunternehmen habe aber bereits am Donnerstag - und damit früher als erwartet - das letzte Datenpaket übermittelt. "Dieses enthält spezifische Informationen für die Herstellung für den EU-Markt", teilt die Behörde mit. Bei der wissenschaftlichen Bewertung aller Daten und Studien würden aber keine Abstriche bei der Sicherheit und Wirksamkeit gemacht.

Die EU-Kommission hat für die EU-Staaten bereits sechs Impfstoffe vertraglich gesichert. Neben dem Vakzin von Biontech/Pfizer sind das Mittel von Astrazeneca, Sanofi-GSK, Janssen Pharmaceutica, Curevac und Moderna. Insgesamt belaufen sich die Lieferverträge auf gut 1,3 Milliarden Dosen. Zudem wurden Optionen für 660 Millionen weitere Dosen vereinbart.

Im Falle des Impfstoffes des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer nutzte die Kommission diese Option bereits und orderte zu den bisherigen 200 Millionen Dosen weitere 100 Millionen. Bei Moderna nahm sie bereits ebenfalls ihre Option wahr und stockte ihre feste Bestellung von 80 auf 160 Millionen Dosen auf. Moderna erwartet, dass sein Impfstoff bei Kühlschranktemperaturen 30 Tage lang stabil ist und bis zu sechs Monate bei minus 20 Grad Celsius gelagert werden kann.

Die Impfstoffe von Biontech und Moderna basieren auf der sogenannten Boten-RNA (mRNA), die den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln soll.

Zulassung in den USA steht womöglich kurz bevor

Ein Beraterkreis der US-Arzneimittelbehörde FDA hat unterdessen den Antrag auf Notfallzulassung für den Moderna-Impfstoff diskutiert. Per Video-Schalte besprachen Wissenschaftler, Ärzte und Mitarbeiter von Behörden und Pharmafirmen verschiedene Aspekte des Präparats, seiner Wirksamkeit und Nebenwirkungen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen.

Zum Abschluss der ganztägigen Sitzung wurde eine Empfehlung an die FDA erwartet, ob der Impfstoff eine Notfallzulassung in den USA bekommen sollte oder nicht. Eine endgültige Entscheidung obliegt dann aber der FDA und wurde bald nach Abschluss des Treffens erwartet. US-Regierungsbeamte hatten bereits erklärt, dass nach einer Notfallzulassung Anfang nächster Woche mit den Impfungen begonnen werden könnte.

Quelle: ntv.de, uzh/jwu/dpa/rts/AFP