Panorama

Großrazzia in Norddeutschland Mögliche Terror-Unterstützer festgenommen

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Die Razzia fand in drei Bundesländern statt. (Archivbild)

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei mehreren Durchsuchungen in Norddeutschland hat die Polizei zwei mutmaßliche Bandenmitglieder festgenommen. Sie sollen ohne Genehmigung große Summen ins Ausland übermittelt haben. Mit dem Geld könnte auch Terrorismus finanziert worden sein.

In Norddeutschland sind Sicherheitskräfte am Morgen zu einer Razzia gegen eine Bande ausgerückt, die mutmaßlich illegal größere Geldbeträge ins Ausland verschoben haben soll. Wie eine Sprecherin der für den Fall zuständigen Staatsanwaltschaft in Flensburg mitteilte, wird in diesem Zusammenhang auch geprüft, ob darunter Vergehen im Zusammenhang mit der Terrorismusfinanzierung sein könnten.

Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten demnach 16 Objekte in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dabei nahm die Polizei zwei Beschuldigte fest. Dabei handelt es sich um zwei Männer aus Syrien im Alter von 34 und 37 Jahren. Gegen sie lag ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung vor.

Zehn Männer und eine Frau beschuldigt

Im Rahmen der Ermittlungen wird laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft "geprüft", ob darunter Fälle von Terrorismusfinanzierung fallen. Die "Bild"-Zeitung" und das "Hamburger Abendblatt" hatten zunächst über Razzien wegen Terrorunterstützung oder Terrorfinanzierung geschrieben.

Die Ermittlungen richten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Flensburg und des schleswig-holsteinischen Landeskriminalamts gegen insgesamt elf Beschuldigte- zehn Männer und eine Frau. Ihnen wird vorgeworfen, sich zwischen Dezember 2018 und Juli 2019 gewerbsmäßig und organisiert zu illegalen Geldgeschäften verabredet zu haben. Die Beteiligten stammen überwiegend aus Syrien. Sie sollen Geld ins Ausland verschoben und dafür Provisionen kassiert haben. Es soll sich um Summen im sechsstelligen Bereich gehandelt haben, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt. "Wir prüfen auch, ob ein Verdacht auf Terrorfinanzierung vorliegt", sagte Stahlmann-Liebelt.

Quelle des Geldes ist unbekannt

Woher das Geld stammt ist den Angaben zufolge unklar. Das Geld sei mutmaßlich in mehrere Länder geflossen. Die Verdächtigen hatten demnach keine Genehmigung für solche Geschäfte. In Deutschland regelt das Zahlungsdienstegesetz, dass Dienstleister nur mit offizieller Erlaubnis tätig werden dürfen. Die Beschuldigten sollen dem Haftrichter vorgeführt werden.

Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben der Leitenden Oberstaatsanwältin größere Bargeldbeträge gefunden. Was die Ermittler noch alles sicherstellen, konnte sie zunächst nicht sagen. Zu den genauen Orten der Durchsuchungen äußerte sich Stahlmann-Liebelt nicht. In Hamburg wurde ein Haus im Stadtteil Eimsbüttel durchsucht. Dabei sei ein Mann von Polizisten abgeführt worden. Nach NDR-Informationen soll es in Schleswig-Holstein auch in Stockelsdorf und im Flensburger Raum Durchsuchungen gegeben haben. Die Flensburger Behörde hat die Federführung bei den Ermittlungen, weil sie die Staatsschutzanwaltschaft in Schleswig-Holstein ist. Sie ist damit für Straftaten zuständig, die einen politische Hintergrund haben können.

Quelle: n-tv.de, ibu/AFP/dpa