Panorama

Aktion gegen den Konzernchef Möglicher Brandsatz bei Tönnies gefunden

Clemens Tönnies, Chef des größten deutschen Schlachtkonzerns. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Clemens Tönnies war im Zuge des Corona-Massenausbruchs im eigenen Fleischkonzern in die Kritik geraten.

(Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild)

Mehrfach sieht sich Clemens Tönnies in der Vergangenheit mit Drohungen konfrontiert. Nun trifft es das Privatanwesen des umstrittenen Fleischfabrikanten. Ein Angestellter entdeckt einen möglichen Brandsatz auf dem Grundstück. Der Staatsschutz ermittelt und schließt eine politisch motivierte Tat nicht aus.

Auf der Zufahrt zur Privatvilla des Fleischunternehmers Clemens Tönnies ist möglicherweise ein Brandsatz gefunden worden. In der Nacht zum Donnerstag hätten Unbekannte dort Behälter mit Flüssigkeit und Anzünder abgestellt, bestätigte ein Sprecher der Polizei im ostwestfälischen Gütersloh. Dazu sei ein Bekennerschreiben eingegangen.

Nach Informationen des Blattes, dem das zweiseitige Schreiben in Kopie vorliegt, übernehmen zwei Organisationen die Verantwortung für den potenziellen Brandanschlag: die "Revolutionären Aktionszellen" sowie die "Westfälische Animal Liberation Front". Sie sprächen von einer gemeinsamen Aktion gegen Konzernchef Tönnies. Die Flüssigkeit werde noch untersucht, sagte der Polizeisprecher. Die Ermittlungen liegen beim Staatsschutz der Polizei Bielefeld. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handle. Konkrete Gefahr habe aber nicht bestanden, denn es sei nichts angezündet worden, und die Gegenstände seien auch zu weit vom Wohnhaus entfernt gewesen.

Tönnies ist Geschäftsführer des größten deutschen Fleischkonzerns. Er steht unter anderem wegen eines Corona-Massenausbruchs unter Beschäftigten am ostwestfälischen Stammsitz seiner Firma in der Kritik. Vorwürfe gibt es auch in Bezug auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und die Haltung der Schlachttiere. Tönnies wohnt in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh. Laut der Tageszeitung "Die Glocke" erhielt der Unternehmer nach dem Corona-Ausbruch unter der Belegschaft immer wieder Morddrohungen.

Quelle: ntv.de, jru/dpa

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