Panorama

Corona-Infektionszahlen steigen Montgomery warnt vor Klinik-Kollaps

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Rund 8900 Intensivbetten sind derzeit noch frei. 

(Foto: picture alliance/dpa)

Noch ist die Zahl der Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Betreuung überschaubar. Doch mit den steigenden Fallzahlen droht die Auslastung in den Krankenhäusern wieder zu steigen. Weltärztepräsident Montgomery glaubt, dass das Gesundheitssystem gut vorbereitet ist, mahnt aber trotzdem.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat Deutschland ein gutes Zeugnis im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgestellt - aber vor einer Überforderung der medizinischen Kapazitäten gewarnt. "Deutschland steht hervorragend da. Wir haben es in der ersten Welle vermeiden können, dass unser Gesundheitssystem kollabiert", sagte Montgomery dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Inzwischen gebe es aber wieder eine langsame Zunahme der Infektionen, auf die derzeit noch ohne große Probleme reagiert werden könne. "Irgendwann kommen wir aber in Bereiche, in denen die Kapazitätsgrenzen des Gesundheitswesens überschritten werden. Dann könnte es zu sehr problematischen Zuständen kommen."

Auf die Frage, ob Kliniken und Arztpraxen inzwischen besser vorbereitet seien, sagte er: "Es gibt mehr Schutzmaterial, ja. Ich befürchte aber, dass wenn bald eine große Zahl an Covid-19-Patienten auf uns zukäme, Betten wieder geschlossen werden müssten, weil das Personal fehlt, um die Kranken zu betreuen." Im Moment sei man von diesem Szenario noch weit entfernt. "Aber: Es gibt bereits heute zu wenig hoch qualifiziertes Intensivpersonal und Ärzte in den Kliniken. Das liegt an dem jahrelangen Kaputtsparen der Krankenhäuser."

Montgomery geht davon aus, dass das Virus "uns mindestens bis Ende 2021 intensiv begleiten" wird. Auch ein zugelassener Impfstoff müsse schließlich erst produziert und verteilt werden. "Und auch danach wird das Virus nie wieder ganz weggehen" - aber mit Impfstoffen und Medikamenten sehr viel beherrschbarer sein.

8900 Intensivbetten sind derzeit noch frei

Laut aktuellem Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) werden in Deutschland derzeit 449 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 219 davon werden beatmet. Damit zeichnet sich weiterhin ein Anstieg ab. Vor einer Woche (29.9.) hatte der Wert noch bei 352 (195 beatmet) gelegen, in der Woche davor (22.9.) bei 278 (151 beatmet). Rund 8900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Bis zum gestrigen Abend meldeten die Bundesländer knapp 2700 Neuinfektionen und neun weitere Todesfälle binnen 24 Stunden. Damit stieg die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie auf 304.534, wie aus Berechnungen von ntv.de hervorgeht. Mehr als 9500 Personen verloren bereits ihr Leben. Die Zahl der Genesenen wird auf rund 264.500 geschätzt.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

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