Panorama

"Hat viel für unser Land getan" Mord an Reporter de Vries bewegt Tausende

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"Auf Knien kann man nicht frei sein" - Das Lebensmotto des Journalisten prangt an der Wand des Theaters neben seinem Foto.

(Foto: picture alliance / ANP)

Vor wenigen Tagen starb der niederländische Reporter de Vries, nachdem ein Anschlag auf ihn verübt wurde. Nun ist der Sarg des Kriminalreporters in einem Amsterdamer Theater aufgebahrt - und Tausende stehen Schlange, um ihm hier die letzte Ehre zu erweisen.

Die Niederlande nehmen Abschied vom prominenten Journalisten Peter de Vries, der infolge eines Anschlags verstorben ist. Der Sarg des Kriminalreporters wurde im Traditionstheater der Grachtenstadt aufgebahrt. Bis 20 Uhr sollten Menschen die Gelegenheit haben, ihm am Sarg die letzte Ehre zu erweisen. Am Donnerstag findet ein Abschied für Familie, Angehörige und Freunde statt. Anschließend soll der berühmte Reporter im engsten Kreis beigesetzt werden.

Menschen kamen aus dem ganzen Land zum Royal Theatre Carre, um sich von de Vries zu verabschieden.

Menschen kamen aus dem ganzen Land zum Royal Theatre Carré, um sich von de Vries zu verabschieden.

(Foto: picture alliance/dpa/ANP)

Am weißen Backsteingiebel des Amsterdamer Theater Carré hängt überlebensgroß ein Foto von Peter R. de Vries, lächelnd und doch kritisch. Darunter das Lebensmotto des Kriminalreporters: "Auf Knien kann man nicht frei sein." Tausende erweisen ihm die letzte Ehre. Für viele Niederländer war de Vries ein Symbol für den Kampf gegen die Kriminalität. Er biss sich fest in einem Fall und ließ erst dann locker, wenn er gelöst war. Und er stand Opfern und Angehörigen bei.

Mit Tränen in den Augen verließ Rachel das Theater. "Das war sehr eindrucksvoll", sagt die Frau aus Rotterdam. "Peter hat viel für unser Land getan. Er ist ein Symbol für Ehrlichkeit und Gerechtigkeit." Stundenlang warteten die Menschen bei großer Hitze vor dem Theater. Die Schlange reichte weit über die Brücke hinaus, gut einen Kilometer lang. Aus dem ganzen Land sind die Menschen gekommen.

Ermittler vermuten Hintergrund in organisierter Kriminalität

Der Reporter war am Abend des 6. Juli mitten in Amsterdam niedergeschossen worden, nachdem er ein TV-Studio verlassen hatte. Mindestens eine Kugel traf ihn in den Kopf. Neun Tage später erlag er seinen Verletzungen - er wurde nur 64 Jahre alt. Der Anschlag erschütterte das Land und wurde auch international mit Bestürzung aufgenommen. Der Tatort wurde eine Gedenkstätte mit Blumen, Kerzen und Briefen.

Nachdem ihm die Öffentlichkeit sowie seine Familie und Freunde die letzte Ehre erwiesen haben, wird der Journalist am Donnerstag beigesetzt.

Nachdem ihm die Öffentlichkeit sowie seine Familie und Freunde die letzte Ehre erwiesen haben, wird der Journalist am Donnerstag beigesetzt.

(Foto: picture alliance / abaca)

Die beiden mutmaßlichen Täter, 35 und 21 Jahre alt, wurden wenig später auf der Flucht gefasst. Doch die Ermittler gehen davon aus, dass sie nur im Auftrag handelten. Auch wenn man bislang über die Hintergründe der Tat wenig weiß, so deutet doch vieles darauf hin, dass das organisierte Verbrechen verantwortlich ist. Peter R. de Vries war zuletzt Vertrauensperson des Kronzeugen in einem großen Prozess gegen eine berüchtigte Drogenbande. Zuvor waren bereits der Bruder des Kronzeugen und sein Verteidiger ermordet worden.

Nach dem Anschlag war auch das TV-Magazin, für das de Vries viel gearbeitet hatte, mehrfach bedroht worden. Das öffentliche Gedenken in dem Theater ist nun begleitet von strengen Sicherheitsmaßnahmen. Zur Erleichterung vieler sind sie nicht allzu sehr sichtbar.

Quelle: ntv.de, spl/dpa

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