Panorama

Schwestern dürfen hoffen Moskauer Vatermord könnte straffrei bleiben

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Krestina Chatschaturjan sitzt neben ihrer Mutter Aurelia Dunduk auf der Anklagebank. Ihre beiden Schwestern sind nicht im Bild.

(Foto: AP)

Drei Schwestern aus Moskau erstechen ihren Vater und gestehen die Tat später. Ihr Motiv: schwere, jahrelange Misshandlungen. Neue Ermittlungen könnten tatsächlich zu einer Einstellung des Verfahrens führen - auch wegen der großen öffentlichen Solidarität für die Mädchen.

Drei wegen Mordes an ihrem gewalttätigen Vater in Moskau angeklagte Schwestern können Medien zufolge angesichts neuer Ermittlungsergebnisse auf die Einstellung des Verfahrens hoffen. Die Ermittler hätten schriftlich bestätigt, dass der Vater seine Töchter jahrelang auch sexuell misshandelt habe, sagte Verteidiger Alexej Parschin der Zeitung "Kommersant". Die Mädchen hätten körperliche und psychische Schäden von dem Missbrauch davongetragen und aus Angst um ihr Leben in Notwehr gehandelt.

Parschin hofft auf Grundlage der nun offiziellen Bestätigung der Misshandlungen, dass das Verfahren gegen die Mädchen eingestellt wird. Am Sonntag hatte es ein Solidaritätskonzert für die Teenager in Moskau gegeben, das sich auch gegen häusliche Gewalt allgemein richtete.

Der öffentliche Druck auf die Ermittler im Fall der Mädchen ist groß. Zugleich fordern etwa einzelne Verwandte des getöteten Geschäftsmannes eine harte Bestrafung der Töchter. Die angeklagten Mädchen sind gegen Auflagen auf freiem Fuß, müssen allerdings etwa den Kontakt mit Journalisten oder mit dem Internet meiden. Es gehe von ihnen keine Gefahr aus, hieß es.

Sie hatten gestanden, ihren 57 Jahre alten Vater im vergangenen Jahr nach jahrelangem Martyrium mit Messerstichen getötet zu haben. Der Fall der drei Schwestern Maria, Kristina und Angelina aus Moskau sorgte international für Aufsehen. Ihnen drohen im Fall einer Verurteilung wegen Mordes jeweils bis zu 20 Jahre Haft. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

Quelle: n-tv.de, shu/dpa