Panorama

Indiens Volksdroge KautabakMumbai will Spucken verbieten

17.06.2015, 11:59 Uhr
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Polizei in Mumbai, das im Deutschen lange "Bombay" genannt wurde. (Foto: picture alliance / dpa)

Die braunen Spuren ausgespuckten Tabaks sehen nicht nur unappetitlich aus, sondern gelten auch als Überträger von Krankheiten. Ein Spuck-Verbot in Mumbai soll Abhilfe schaffen. Doch viele Inder glauben, dass das erst der Verbots-Anfang ist.

Tabak- und Betelnuss-Liebhaber dürfen in der indischen Metropole Mumbai bald keinen braunen Speichel mehr ausspucken. Als erster Bundesstaat Indiens will Maharashtra ein Anti-Spuck-Gesetz einführen, wie die indische Zeitung "Times of India" berichtete. Eigentlich ist das Spucken schon untersagt, doch noch immer finden sich Spuren an Hauswänden, Bushaltestellen und sogar in vielen Treppenhäusern.

Wer dabei erwischt wird, wie er sich des braunen Schleims entledigt, muss laut dem Bericht bald 1000 Rupien (14 Euro) zahlen und einen Tag Sozialarbeit leisten. Wiederholungstäter sollen ein Vielfaches davon zahlen müssen. Das ist eine heftige Strafe, denn für 1000 Rupien muss ein Tagelöhner auf dem Bau mehrere Tage schuften.

In Indien ist vor allem der sogenannte "Gutkha", eine Kautabakmischung, beliebt. Schätzungen zufolge konsumieren über 200 Millionen Inder täglich die Droge, die als hochgradig krebserregend gilt. So hat Indien die weltweit höchste Mundkrebsrate, ein Umstand, der auf den Gutkha-Konsum zurückgeführt wird.

Bei dem vom Kabinett in Mumbai gebilligten Gesetz gehe es keineswegs nur um Sauberkeit, berichtete die "Times of India" weiter. Spucken trage auch zur Ausbreitung von Tuberkulose und anderen ansteckenden Krankheiten bei. Die Zeitung vermutet außerdem, dass das Gesetz eine Vorstufe zum Verbot des Kautabaks sein könnte. Rauchen ist in der Öffentlichkeit bereits untersagt.

Quelle: ntv.de, dpa

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