Aussage in MordprozessMutter erinnert sich liebevoll an getöteten Fabian

Der achtjährige Fabian fällt im Oktober einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Vor Gericht läuft die schwierige Suche nach der Wahrheit, angeklagt ist die Ex-Freundin des Vaters. Als erste Zeugin sagte die Mutter aus.
Die Mutter des vor rund sechseinhalb Monaten gewaltsam getöteten Fabian hat im Mordprozess gegen die 30-jährige Angeklagte als Zeugin ausgesagt. Dabei beschrieb sie ihren Sohn unter Tränen als liebevoll und aufmerksam. Er sei immer zuverlässig gewesen und habe sich stets rückversichert, ob sein Verhalten in Ordnung sei. "Ich kann einfach nur sagen, dass ich wahnsinnig stolz auf ihn war", sagte die 31-Jährige, die bei ihrer Aussage von einem Notfallseelsorger unterstützt wurde.
Die des Mordes angeklagte Tatverdächtige ist die Ex-Freundin des Vaters und war dadurch auch mit der Mutter bekannt. Einmal wandte sich Fabians Mutter direkt an die nur wenige Meter entfernt sitzende Angeklagte mit den Worten, dass sie es nicht verstehen könne. Daraufhin unterbrach der Richter die Sitzung für zehn Minuten. Die Mutter nannte ihren Sohn durchgängig "Fabi". Auch die Erzieher hätten über ihren Sohn gesagt, dass er sehr kuschlig gewesen sei. Leute, denen er vertraut habe, habe er immer umarmt.
Ausführlich äußerte sich die Mutter auf Fragen des Richters auch über die Beziehung zu Fabians Vater, von dem sie sich Ende 2018 trennte. Er habe sich liebevoll um Fabian gekümmert. 2021 habe der Vater die Beziehung zur Angeklagten begonnen. Dort hielt sich auch Fabian tageweise auf. Als Fabian einmal gesehen habe, wie der Vater die Freundin geschlagen habe, wollte er nach Angaben der Mutter nicht mehr dorthin.
Beziehungsprobleme als Tatmotiv?
Laut Anklage sollen Beziehungsprobleme zwischen dem Vater und der Angeklagten eine zentrale Rolle für die Tat gespielt haben. Sie hatten demnach bis August 2025 eine etwa vierjährige Beziehung. Die Angeklagte habe ziel- und zweckgerichtet gehandelt, um mit der Tötung des Jungen einen Streitpunkt in der Beziehung zum Vater aus dem Weg zu räumen, hieß es in der Anklage. Der Vater habe die Beziehung nicht fortführen wollen, weil er den Kontakt zu seinem Sohn nicht gefährden wollte. Er wird am Nachmittag aussagen.
Der Achtjährige war am 10. Oktober 2025 verschwunden und vier Tage später an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, tot gefunden worden. Laut Anklage soll Gina H. Fabian, der am Tattag, einem Freitag, allein zu Hause war, aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow gelockt haben und mit ihm aus der Stadt gefahren sein. In der Nähe des Dorfs Klein Upahl 15 Kilometer südlich von Güstrow stellte sie laut Anklage ihr Handy ab und lief mit Fabian zu einem Tümpel.
Dort soll sie dem Jungen mit einem Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge mindestens sechs Stiche versetzt haben, zwei davon ins Herz. Später kehrte sie noch einmal zum Tatort zurück und setzte den Leichnam mit flüssigem Grillanzünder in Brand, um Spuren zu beseitigen. Die Angeklagte, die seit 7. November in Untersuchungshaft sitzt, äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.