Panorama

Kannibalismus-Fall in AustralienMutter soll eigenen Sohn gegessen haben

07.07.2026, 13:19 Uhr
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Nachbarn haben Blumen und Spielzeug bei einer Mahnwache für den Jungen abgelegt. (Foto: IMAGO/AAP)

Behörden werden mehrmals über Probleme in einer kleinen Familie informiert. Offenbar unternehmen sie nichts. Jetzt ist ein australischer Junge tot und seine Mutter steht unter Kannibalismus-Verdacht.

Die Polizei im australischen Wyong ermittelt zu einem besonders erschreckenden Kannibalismus-Fall. Eine 32 Jahre alte Frau soll dort ihren eigenen vierjährigen Sohn getötet und teilweise gegessen haben, berichten australische Medien unter Berufung auf Informationen der örtlichen Polizei.

Die Mutter habe sich am Samstag selbst der Polizei gestellt. Sie ging zum lokalen Revier und deutete dort offenbar ihre Taten an. Einsatzkräfte suchten daraufhin das Haus der Frau auf und wurden mit den grausamen Umständen konfrontiert. Laut 9News lag der Junge tot in dem Einfamilienhaus. Sein Arm sei "erheblich verletzt" gewesen. Andere Medien beschrieben ihn als verstümmelt. "Es war ein erschütternder Anblick, selbst für die erfahrensten Polizisten und Rettungskräfte", sagt Polizeichef Chad Gillies.

Die Polizei erwirkte eine richterliche Anordnung zur forensischen Untersuchung des Mundes der Frau. Darüber hinaus nahmen die Ermittler Proben ihrer Fingernägel und vom Material unter den Fingernägeln, berichtet ABC News. Sie untersuchen nicht nur, ob die Frau Teile des Jungen gegessen hat, sondern auch, wie das Kind zu Tode kam.

"Viele Menschen in ganz New South Wales fragen sich heute, wie das passieren konnte und ob man mehr hätte tun können, um dieses Kind zu schützen", sagt Kate Washington, Familienministerin im australischen Bundesstaat New South Wales. Sie kündigte an, dass die Justizbehörde den Fall untersuchen werde.

Demnach lagen den Behörden im Bundesstaat "eine Reihe von Meldungen" zu der Familie vor. Die letzte ging demnach vor eineinhalb Jahren ein. Peter Johnstone, ehemaliger Präsident des Kindergerichts, soll untersuchen, ob die Mitarbeiter der Behörden alle Maßnahmen ergriffen hatten, die möglich waren. Bis zum Ende des Jahres erwarte sie den abschließenden Bericht, der die polizeilichen Ermittlungen nicht beeinträchtigen soll. "Wir wollen wirklich verstehen, ob es Dinge gibt, die wir hätten anders machen können, um diesen Jungen besser zu schützen", sagt Washington laut ABC News.

Die Frau sei bereits polizeibekannt gewesen. Sie wurde nun wegen Mordes im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt angeklagt und befindet sich in Untersuchungshaft. Die Freilassung gegen Zahlung einer Kaution wird ihr verwehrt.

Quelle: ntv.de, mpa

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