Panorama

Corona-Risiken sind zu groß NRW sagt Karneval weitgehend ab

Der Karneval bringt den Hochburgen jedes Jahr Hunderte Millionen Euro ein. Aber in der Corona-Krise ist das Risiko eines Ausbruchs zu groß. Die nordrhein-westfälische Landesregierung entschließt sich deshalb zu einem konsequenten Schritt: Jecken und Narren sollen zu Hause bleiben.

Die Karnevalisten in Nordrhein-Westfalen müssen in dieser Saison wegen der Corona-Pandemie weitgehend auf den traditionellen Karneval auf der Straße, in Kneipen und in Festsälen verzichten. "Gesellige Karnevalsveranstaltungen" seien in diesem Jahr "nicht möglich", sagte der Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei, Nathanael Liminski, am Abend nach einem Krisengipfel mit Karnevalsvertretern in Düsseldorf. Er rief die Karnevalisten auf, in diesem Jahr "zu Hause im kleinen Kreis" zu feiern. Kleine "Kulturveranstaltungen" mit Bühnenprogramm könnten dagegen in Übereinstimmung mit den Corona-Regeln möglich sein, sagte Liminski. "Den Städten empfehlen wir ein Alkoholverbot und Verweilverbot an neuralgischen Stellen."

"Wir haben in den vergangenen Wochen alle Möglichkeiten durchgespielt und sind leider zu dem Schluss gekommen, dass nach derzeitigem Stand nur eine klare Absage an geselligen Veranstaltungen wie Sitzungen, Bällen, Partys und Umzügen erfolgen kann", ergänzte Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. Für die Karnevalisten stehe "Gesundheit an erster Stelle. Es kann kein Feiern um jeden Preis geben."

Finanzielle Einbußen sind groß

Liminski verwies auf die geltenden Corona-Schutzbestimmungen: Für den Karneval könne hier "keine Ausnahme gemacht werden", sagte er. "Das gilt auch für den Straßenkarneval - ein Umzug fällt unter das Verbot von Straßenfesten." Es müsse verhindert werden, dass der Karneval zu einem Infektionsherd werde.

In den vergangenen Wochen hatten immer mehr Vereine aus dem Rheinland Karnevalszüge und Sitzungen in ihrer Zuständigkeit abgesagt. Sie hatten das mit gesundheitlichen Risiken begründet, aber auch mit nicht kalkulierbaren finanziellen Risiken. Dadurch war zuletzt ein unübersichtlicher Flickenteppich entstanden.

Eine Absage bedeutet für die Karnevalshochburgen massive wirtschaftliche Einbußen. Einer 2019 veröffentlichten Studie zufolge liegt der geschätzte karnevalsbedingte Umsatz allein in Köln bei etwa 631 Millionen Euro. Nach der Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) sind in Köln rund 6500 Arbeitsplätze vom Karneval abhängig. Vor allem das Gastgewerbe profitiert von den Narren.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP

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