Panorama

Sicherheitslücke bei Sex-WebseiteNacktfotos von Tausenden Frauen im Netz

27.01.2017, 12:06 Uhr
2
Screenshot aus dem Werbevideo des Skirt Club. (Foto: YouTube/SkirtClub)

"Skirt Club" wirbt damit, ein sicherer Ort zu sein, an dem Frauen ihre sexuellen Fantasien ausleben können. Doch eine Datenschutzpanne lässt dieses Versprechen schlecht dastehen. Tausende persönliche Bilder sind offenbar wochenlang für jeden zugänglich.

Diskretion ist eines der wichtigsten Werbeversprechen einer Plattform, die seit 2014 Frauen, die auf Frauen stehen, zusammenbringt. Skirt Club sei ein sicherer Ort, an dem Frauen miteinander spielen können und ihre sexuellen Fantsien ausleben können, heißt es auf der Sex-Webseite. Doch eine Datenschutzpanne lässt dieses Versprechen schlecht dastehen. Wie das Magazin "Vice" berichtet, sollen intime Fotos der Nutzerinnen offen im Netz gestanden haben. Auch deutsche Frauen sind den Recherchen zufolge von der wochenlangen Datenschutzpanne betroffen.

Skirt Club ist ein Netzwerk für "bi-neugierige und bisexuelle Frauen", die sich Nachrichten schicken und zu Dates verabreden können. Um reinzukommen, muss man ein Profil- und Ganzkörperbild hochladen, zwischen 18 und 39 Jahre alt sein (nicht älter) und am besten ein bestehendes Mitglied kennen.

Viele Nutzerinnen leben nicht offen bisexuell und fürchten durch das Leck um ihre Existenz. Skirt Club hatte versichert, dass "Informationen privat und anonym bleiben". Man tue alles, um die Daten der Mitglieder zu schützen. Tausende Frauen vertrauten diesem Versprechen und stellten erotische oder explizite Bewerbungsfotos auf die Seite.

Nacktbilder, Fotos von Brüsten, Vulven

Nachdem der Skirt Club in London, New York, Miami und Sydney enorme Erfolge feierte, organisierten die Veranstalter im Dezember letzten Jahres die erste Sexparty in Berlin. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Betreiber offenbar bereits seit Wochen von einer möglichen Sicherheitslücke, wie "Vice" weiter berichtet. Durch einen falsch eingestellten Code in Wordpress, der technischen Plattform der Seite, lagen die Fotos der Nutzerinnen demnach ungeschützt im Internet. Jeder Neugierige habe sie leicht einsehen können, schreibt das Lifestyle-Magazin. "Man muss kein Hacker sein, noch nicht mal ein Informatikstudent."

Den Angaben zufolge waren Tausende persönliche Bilder wochenlang für jeden anklickbar. Fotos, die unter anderem die Namen der Frauen verraten, Nacktbilder, Fotos von Brüsten, Vulven. "Eine Seite, die auf Diskretion basiert, könnte kaum leichtsinniger mit den Daten ihrer Nutzer umgehen", urteilt "Vice".

Dass Datenleaks bei Sex-Websites Leben ruinieren können, zeigte vergangenes Jahr Ashley Madison. Die Plattform vermittelt Seitensprünge und wirbt damit "100% diskret" zu sein. Nachdem eine Hackergruppe die Namen von Millionen von Fremdgehern veröffentlicht hatte, gingen Ehen und Karrieren kaputt. Ein Pastor, der ein Profil bei Ashley Madison hatte, konnte die Schande nicht ertragen und beging Suizid.

Laut "Vice" ist die Schwachstelle bei Skirt Club bis heute nicht vollständig behoben. Währenddessen expandiert Skirt Club und plant weitere Partys in den USA und Deutschland - die nächste bereits am kommenden Samstag. Ihre Nutzerinnen hat die Plattform bisher nicht über das Leck informiert.

Quelle: ntv.de, dsi

NacktfotosDatenschutzInternetnutzungSex